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Google Ads Strategie entwickeln: vom Geschäftsziel zur Kontostruktur
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Eine Google Ads Strategie beginnt bei den meisten Teams an der falschen Stelle. Man öffnet das Konto, sammelt ein paar Suchbegriffe zusammen, wählt einen Kampagnentyp, der bekannt klingt, und schaltet ein. Das ist keine Strategie, das ist Konfiguration. Eine echte Strategie arbeitet von oben nach unten: Sie beginnen bei dem, was Ihr Unternehmen braucht, und lassen jede Einstellung daraus folgen.
In diesem Artikel bekommen Sie den Ablauf, der Sie vom Ziel zur Struktur führt, damit Ihre Kampagnen Pipeline aufbauen statt nur ein Dashboard zu füllen.
Direkt anwenden: Rechnen Sie mit dem kostenlosen Google-Ads-Budget-Rechner durch, welches Volumen Ihr Ziel überhaupt erfordert, bevor Sie über Kampagnen nachdenken.
Schritt 1: Beginnen Sie beim Geschäftsziel
Die erste Frage ist nicht, welche Suchbegriffe Sie buchen wollen, sondern was am Ende herauskommen soll. Nicht Klicks, nicht Anfragen, sondern Abschlüsse und Umsatz.
Arbeiten Sie rückwärts. Wie viele neue Kunden brauchen Sie in diesem Jahr? Wie viele Angebote führen bei Ihnen zu einem Abschluss? Wie viele qualifizierte Anfragen brauchen Sie für ein Angebot? Erst am Ende dieser Kette steht die Zahl der Klicks, und erst dann wissen Sie, ob Ihr Budget zu Ihrem Ziel passt. Die Rechnung dahinter beschreibt der Artikel Wie viele Leads brauche ich, und den Wert einer einzelnen Anfrage bestimmen Sie mit Wert pro Lead bestimmen.
Diese Rechnung erzeugt zwei Zahlen, die Ihre gesamte Strategie steuern:
Was ein Kunde bei Ihnen wert ist. Nicht der erste Auftrag, sondern der gesamte Wert über die Beziehung. Im B2B mit wiederkehrendem Umsatz oder Folgeaufträgen liegt diese Zahl oft ein Vielfaches über dem, was ein Konto ohne diese Information unterstellt. Siehe LTV.
Was Sie für einen Abschluss ausgeben dürfen. Daraus leitet sich ab, was eine qualifizierte Anfrage kosten darf und damit, welcher Klickpreis noch trägt. Ohne diese Grenze diskutieren Sie später über Klickpreise, obwohl die Frage lautet, ob sich der Abschluss rechnet.
Schritt 2: Bestimmen Sie Zielgruppe und Angebot
Erst wenn das Ziel steht, klären Sie, wen Sie erreichen wollen und womit. Diese beiden Fragen entscheiden mehr über Ihr Ergebnis als jede Einstellung im Konto.
Wen genau? Nicht die Branche, sondern die Rolle und die Situation. Wer sucht, mit welchem Problem, und an welcher Stelle im Entscheidungsprozess? Ein Geschäftsführer, der zum ersten Mal nach einer Kategorie sucht, braucht etwas anderes als ein Einkäufer, der drei Anbieter vergleicht. Wenn Sie das noch nicht sauber gefasst haben, beginnen Sie beim Ideal Customer Profile.
Womit? Ihr Angebot in einer Anzeige ist selten Ihre Leistung. Es ist der nächste Schritt, den Sie glaubwürdig verlangen können. Ein Erstgespräch, eine Einschätzung, ein Vergleich, eine konkrete Berechnung. Je erklärungsbedürftiger Ihre Leistung, desto kleiner muss dieser Schritt sein.
Der zweite Teil dieser Frage betrifft die Konkurrenz. Sie bieten auf denselben Begriffen wie Ihre Wettbewerber, und der Suchende sieht mehrere Anzeigen nebeneinander. Wenn sich Ihre Anzeige nur im Firmennamen unterscheidet, gewinnt der mit dem größeren Budget. Wie Sie das prüfen, beschreibt Google Ads Wettbewerbsanalyse.
Schritt 3: Bauen Sie die Suchbegriffe um Kaufabsicht
Jetzt erst kommen die Suchbegriffe, und der entscheidende Ordnungsbegriff ist nicht das Thema, sondern die Absicht. Der Wiki-Eintrag zur Suchintention ordnet das ein.
| Absichtsstufe | Beispiel im B2B | Was Sie hier tun sollten |
|---|---|---|
| Kaufabsicht, konkret | Leistung plus Anbieter, Leistung plus Ort, Angebot einholen | Voll bieten, eigene Kampagne, eigene Landingpage |
| Vergleich | Anbieter vergleichen, Alternativen, Unterschied zwischen zwei Ansätzen | Bieten, aber mit einer Seite, die tatsächlich vergleicht |
| Problem | Beschreibung eines Symptoms ohne Lösungsbegriff | Vorsichtig bieten, meist besser über organische Inhalte bedienen |
| Wissen | Was ist, wie funktioniert | In der Regel nicht bezahlt bespielen |
| Marke, eigene | Ihr Firmenname | Bieten, wenn Wettbewerber auf Ihre Marke bieten, sonst prüfen |
| Marke, fremd | Name eines Wettbewerbers | Rechtlich heikel im deutschsprachigen Raum, siehe unten |
Zwei Punkte, die im deutschsprachigen Raum besonders wiegen:
Die Sprache ist nicht die einzige Variable. In der Schweiz und in Österreich weichen die Begriffe ab, mit denen dieselbe Sache gesucht wird. Wer für Deutschland recherchiert und die Liste unverändert exportiert, verfehlt einen Teil des Volumens. Der Artikel zur Growth-Marketing-Agentur im DACH-Raum geht auf diese Unterschiede ein.
Auf fremde Marken zu bieten ist heikel. Die Nutzung fremder Kennzeichen in Suchanzeigen ist im deutschsprachigen Raum kein pauschal erlaubtes Feld, insbesondere nicht im Anzeigentext selbst. Klären Sie das, bevor Sie es einrichten, und nicht, nachdem eine Abmahnung eingegangen ist.
Und der unterschätzte Teil: auszuschließende Keywords. Sie sind kein Aufräumen im Nachhinein, sondern Teil der Strategie. Wer keine Ausschlüsse plant, zahlt in den ersten Wochen für Bewerbungen, Praktikumssuchen, Studienarbeiten und Preisvergleiche. Der Artikel zu auszuschließenden Keywords beschreibt die Systematik.
Schritt 4: Lassen Sie die Struktur aus der Strategie folgen
Ihre Kontostruktur ist keine Geschmacksfrage, sie ist die Übersetzung Ihrer Prioritäten in Budget. Die Regel: Was Sie getrennt steuern wollen, gehört getrennt.
Getrennt steuern wollen Sie in der Regel nach:
- Kaufabsicht. Konkrete Kaufabsicht und Vergleichsabsicht vertragen unterschiedliche Gebote und unterschiedliche Seiten.
- Marge. Eine Leistung mit hohem Deckungsbeitrag verträgt einen höheren Klickpreis als eine mit niedrigem. Wenn beide in derselben Kampagne liegen, subventioniert die eine die andere unbemerkt.
- Region, wenn Sie in mehreren Ländern werben. Deutschland, Österreich und die Schweiz gehören getrennt, schon wegen der Sprache und der abweichenden Wettbewerbslage.
- Marke und Nicht-Marke. Sonst verdeckt die günstige Markenkampagne die tatsächliche Leistung des Rests. Der Artikel zu Brand- und Non-Brand-Keywords erklärt, warum das zählt.
Nicht getrennt gehören Dinge, die sich nur thematisch unterscheiden, aber dieselbe Absicht und dieselbe Marge haben. Eine zu feine Aufteilung erzeugt Kampagnen mit so wenig Volumen, dass die Automatik nie lernt, und das ist heute der teuerste Strukturfehler.
Erst nach dieser Aufteilung wählen Sie Kampagnentypen. Welcher Typ zu welchem Ziel passt, behandelt Google Ads Kampagnentypen ausführlich. Und erst danach kommt die Gebotsstrategie, denn eine automatische Strategie kann nur auf das steuern, was Sie ihr als Ziel gegeben haben. Siehe Gebotsstrategie und Smart Bidding.
Schritt 5: Koppeln Sie alles an Abschlüsse
Hier entscheidet sich, ob aus Konfiguration Strategie wird. Solange Ihr Konto nur sieht, dass ein Formular abgeschickt wurde, optimiert es auf Formulare. Und Formulare sind billig zu bekommen: von Menschen, die nie kaufen werden.
Was Sie brauchen, ist der Rückfluss der tatsächlichen Ergebnisse in das Konto. Ein Abschluss ist mehr wert als eine Anfrage, und eine qualifizierte Anfrage mehr als eine unqualifizierte. Wenn das Konto diese Unterschiede kennt, verschiebt die Automatik das Budget von selbst dorthin, wo Umsatz entsteht. Wie Sie das einrichten, beschreibt Google Ads Conversions messen und, für die Kette bis zum Abschluss, Lead-to-Deal-Attribution.
Ein Punkt, der im deutschsprachigen Raum die Planung verändert: Ein spürbarer Teil Ihrer Besucher lehnt Messcookies ab. Ihr Konto sieht also weniger, als tatsächlich passiert, und zwar systematisch. Das ist beherrschbar, aber es muss vor dem Start geklärt sein, nicht danach. Konkret heißt das: Planen Sie mit längeren Bewertungszeiträumen, achten Sie auf ausreichend Conversion-Volumen je Kampagne, damit die Automatik überhaupt lernen kann, und ziehen Sie Ihr CRM als zweite Wahrheitsquelle heran statt sich allein auf das Konto zu verlassen. Die Grundlagen der Messung behandelt Conversion-Tracking einrichten.
Wenn ein Teil Ihrer Abschlüsse am Telefon entsteht, gehört dieser Kanal ebenfalls in die Messung. Wie das geht, beschreibt Anrufe als Conversion messen.
Halten Sie die Strategie lebendig
Eine Strategie, die nach dem Start nicht mehr angefasst wird, ist innerhalb eines Quartals überholt. Was sich ändert: Wettbewerber steigen ein und aus, Ihre Marge verschiebt sich, die Plattform ändert Formate, und Ihre eigenen Prioritäten bewegen sich.
Ein tragfähiger Rhythmus:
| Takt | Was Sie ansehen |
|---|---|
| Wöchentlich | Suchbegriffe, Ausschlüsse, offensichtliche Ausreißer |
| Monatlich | Kosten je qualifizierter Anfrage je Kampagne, Anzeigentexte, Landingpages |
| Quartalsweise | Struktur, Budgetverteilung, ob Ihre Zielannahmen noch stimmen |
| Jährlich | Ob Google Ads für Ihre Lage noch der richtige Schwerpunkt ist |
Der letzte Punkt ist ernst gemeint. Es gibt Fälle, in denen bezahlte Suche nicht der klügste Hauptkanal ist, etwa wenn nach Ihrer Kategorie schlicht kaum jemand sucht, weil das Problem noch nicht benannt wird. Dann bauen Sie Nachfrage auf, statt vorhandene abzuernten. Die Abwägung behandelt Demand Generation im B2B.
Häufige Fehler
- Mit Keywords beginnen statt mit dem Ziel. Das Ergebnis ist ein Konto, das sauber aussieht und niemanden interessiert.
- Alle Leistungen in eine Kampagne werfen. Marge und Absicht mischen sich, und Sie sehen nicht, was tatsächlich trägt.
- Auf Klickpreis steuern statt auf Kosten je Abschluss. Der billigste Klick ist meistens der wertloseste.
- Automatik einschalten, ohne ihr ein sinnvolles Ziel zu geben. Die Systeme sind stark und gehorsam. Sie erreichen exakt das, was Sie vorgeben, auch wenn das Falsche vorgegeben ist.
- Zu früh urteilen. Bei B2B-Volumen braucht eine Kampagne Wochen, um beurteilbar zu werden. Siehe Wie lange dauert Google Ads.
- Die Landingpage vergessen. Die beste Kampagne führt auf eine Seite, die nicht antwortet. Was dort zählt, beschreibt Landingpage optimieren.
Häufige Fragen
Wie viel Budget brauche ich, damit eine Strategie überhaupt greift?
So viel, dass jede Kampagne genug Conversions erzeugt, damit die Automatik lernen kann. Weniger Kampagnen mit ausreichendem Volumen schlagen viele Kampagnen mit jeweils zu wenig. Wenn Ihr Budget nur für eine Kampagne reicht, bauen Sie eine, nicht fünf.
Soll ich mit Suchanzeigen oder mit Performance Max starten?
Im B2B fast immer mit Suchanzeigen. Sie sehen dort, welche Suchbegriffe tatsächlich Anfragen bringen, und dieses Wissen brauchen Sie, bevor Sie einem automatisierten Typ Budget geben. Die Abwägung steht in Google Ads Kampagnentypen.
Wie oft sollte ich die Strategie überarbeiten?
Die Struktur quartalsweise, die Annahmen jährlich. Wöchentlich arbeiten Sie an der Umsetzung, nicht an der Strategie. Wer die Strategie wöchentlich ändert, hat keine.
Brauche ich für jede Kampagne eine eigene Landingpage?
Für jede Absichtsstufe ja, für jede Anzeigengruppe nein. Die Regel: Wenn das Versprechen der Anzeige und die Überschrift der Seite nicht dasselbe sagen, brauchen Sie eine eigene Seite. Das wirkt zugleich auf den Qualitätsfaktor.
Was, wenn nach meiner Leistung fast niemand sucht?
Dann ist bezahlte Suche der falsche Hauptkanal, und das ist eine wertvolle Erkenntnis. Sie bauen dann zuerst Nachfrage auf und ernten sie später über Suche ab. Ein niedriges Suchvolumen heißt außerdem nicht automatisch, dass es keine Nachfrage gibt, sondern oft, dass Ihre Kategorie anders benannt wird.
Sollen wir das selbst machen oder auslagern?
Das hängt weniger am Können als an der Aufmerksamkeit: Ein Konto, das monatlich zwei Stunden bekommt, verliert gegen eines, das wöchentlich betreut wird. Die Abwägung behandelt Google Ads auslagern.
Wollen Sie eine Strategie, die auf Umsatz steuert?
Wir bauen Google-Ads-Konten für B2B-Unternehmen, in denen jede Struktur eine Entscheidung abbildet und die Messung bis zum Abschluss reicht. Sehen Sie sich unsere Google-Ads-Arbeit an oder vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch, und wir sagen Ihnen, wo Ihr Konto heute Geld verliert.
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