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LinkedIn Anzeigenformate: welches Format wofür im DACH-Raum
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LinkedIn kennt ein gutes Dutzend Anzeigenformate, und die Wahl zwischen ihnen entscheidet im B2B mehr als fast jede andere Einstellung. Der Grund ist simpel: Sie zahlen auf LinkedIn einen Aufschlag dafür, genau die Menschen zu erreichen, die Sie erreichen wollen. Dieser Aufschlag rechnet sich nur, wenn das Format zu dem passt, was Sie in diesem Moment vom Empfänger wollen.
In diesem Artikel lesen Sie, welche Formate es gibt, wofür sich jedes eignet, welche im deutschsprachigen Raum praktisch ausfallen, und in welcher Reihenfolge Sie ausbauen sollten.
Direkt anwenden: Bevor Sie ein Format wählen, rechnen Sie mit dem kostenlosen Lead-Wert-Rechner aus, was eine qualifizierte Anfrage bei Ihnen wert ist. Ohne diese Zahl lässt sich kein Format beurteilen.
Warum das Format so viel ausmacht
Auf den meisten Plattformen ist die Formatwahl eine Frage des Geschmacks. Auf LinkedIn ist sie eine Frage der Rechnung. Weil die Kosten je Kontakt hier strukturell höher liegen als in breiten Netzwerken, verzeiht die Plattform keinen Streuverlust. Ein Format, das die falsche Handlung verlangt, verbrennt genau bei den Menschen Budget, die Sie eigentlich gewinnen wollten.
Der zweite Grund ist der Kontext. Menschen sind auf LinkedIn in einer beruflichen Haltung, aber nicht in einer Kaufhaltung. Sie lesen, sie beobachten den Markt, sie schauen, was Wettbewerber tun. Formate, die diese Haltung respektieren, funktionieren. Formate, die eine sofortige Entscheidung verlangen, funktionieren nur bei Menschen, die ohnehin schon suchen, und davon gibt es in einem Feed wenige.
Deshalb gilt: Wählen Sie das Format nach dem Schritt, den Sie realistisch verlangen können, nicht nach dem Schritt, den Sie sich wünschen.
Der Überblick
| Format | Wofür es gut ist | Worauf Sie achten müssen |
|---|---|---|
| Sponsored Content, Einzelbild | Der Arbeitsgaul: Reichweite mit Botschaft, Klicks auf die eigene Seite | Braucht eine Aussage, keine Ankündigung. Ein Logo und ein Claim erzeugen nichts. |
| Sponsored Content, Video | Erklärung, Haltung, Gesicht zeigen | Die ersten Sekunden entscheiden. Ton ist meist aus, Untertitel sind Pflicht. |
| Carousel | Mehrere Argumente oder Schritte nacheinander | Nur sinnvoll, wenn die Karten eine Reihenfolge haben. Sonst ein Bild verschwendet. |
| Document Ads | Ausschnitt eines Dokuments direkt im Feed lesbar | Sehr stark im B2B, weil der Wert vor der Datenabgabe sichtbar ist. |
| Thought Leader Ads | Beitrag einer Person statt der Firmenseite bewerben | Wirkt am stärksten bei erklärungsbedürftigen Leistungen. Braucht eine Person, die tatsächlich schreibt. |
| Lead Gen Forms | Anfragen einsammeln, ohne dass jemand LinkedIn verlässt | Niedrigere Hürde, dafür auch weniger vorqualifizierte Kontakte. |
| Text Ads | Günstige Ergänzung am Seitenrand, vor allem am Desktop | Geringe Aufmerksamkeit. Als alleiniger Kanal untauglich. |
| Spotlight und Dynamic Ads | Persönlich angesprochene Anzeige mit Profildaten | Fällt auf, wirkt aber schnell aufdringlich. Sparsam einsetzen. |
| Event Ads | Bewerbung einer Veranstaltung, mit Anmeldung auf LinkedIn | Nützlich für Webinare und Fachveranstaltungen mit klarem Termin. |
| Follower Ads | Aufbau der eigenen Seitenreichweite | Kein Vertriebsziel. Nur sinnvoll, wenn organische Inhalte laufen. |
| Message und Conversation Ads | Direkte Ansprache im Postfach | Für Empfänger im DACH-Raum praktisch keine Option, siehe unten. |
Die Einschränkung, die Sie zuerst kennen müssen
Bevor Sie einen Plan mit Postfach-Formaten schreiben: Message Ads und Conversation Ads lassen sich nicht frei an Empfänger innerhalb der EU ausspielen. Für Zielgruppen in Deutschland und Österreich ist das Format damit praktisch keine Option, unabhängig davon, wie überzeugend es in internationalen Fallbeispielen aussieht. Der Artikel zu LinkedIn Sponsored Messaging und Conversation Ads behandelt das im Detail und beschreibt, was Sie stattdessen einsetzen.
Prüfen Sie die Verfügbarkeit außerdem immer selbst im Campaign Manager, bevor Sie ein Format in einen Plan schreiben. Was in einem Hilfeartikel steht und was in Ihrem Konto für Ihre Zielregion tatsächlich auswählbar ist, sind zwei verschiedene Dinge.
Sponsored Content: der Ausgangspunkt
Sponsored Content ist ein Beitrag, der im Feed erscheint und wie ein organischer Beitrag aussieht, nur mit einem Hinweis, dass er beworben wird. Das ist für die meisten B2B-Unternehmen der richtige Startpunkt, aus einem einfachen Grund: Es ist das Format mit der geringsten Reibung. Der Empfänger muss nichts tun außer lesen.
Innerhalb von Sponsored Content lohnt es sich, die Untervarianten auseinanderzuhalten.
Einzelbild ist der Standard. Es lebt vollständig von den ersten beiden Zeilen Text. Was danach kommt, sieht nur, wer geklickt hat, um weiterzulesen. Schreiben Sie deshalb die Aussage in die erste Zeile, nicht den Kontext.
Video wirkt bei Erklärungsbedarf und dort, wo ein Gesicht Vertrauen aufbaut. Die Bedingungen sind unerbittlich: Der Ton ist beim Abspielen aus, die ersten Sekunden entscheiden, und ohne Untertitel läuft ein deutschsprachiges Video ins Leere.
Document Ads sind im B2B unterschätzt. Der Empfänger blättert ein Dokument direkt im Feed durch, sieht also den Wert, bevor er etwas hergibt. Das qualifiziert vor: Wer nach drei Seiten weiterblättert, hat echtes Interesse. Sie können das Format sowohl mit Formular als auch ohne einsetzen.
Thought Leader Ads bewerben den Beitrag einer Person statt einen Beitrag der Unternehmensseite. Im deutschsprachigen B2B ist das oft das stärkste Format, weil hier fachliche Glaubwürdigkeit über Personen läuft und Unternehmensseiten schnell als Werbekanal gelesen werden. Die Voraussetzung: Es braucht eine Person in Ihrem Haus, die tatsächlich Substanz hat und regelmäßig schreibt. Wie Sie das aufbauen, beschreibt Thought-Leadership-Marketing.
Carousel ist nur dann besser als ein Einzelbild, wenn die Karten eine echte Abfolge bilden, etwa Schritte, Vorher und Nachher oder mehrere Argumente. Sonst zahlen Sie für Aufwand ohne Wirkung. Der Artikel zu Carousel Ads im B2B geht darauf ein.
Lead Gen Forms: weniger Reibung, dafür weniger Vorauswahl
Ein Lead-Formular öffnet sich innerhalb von LinkedIn und ist mit den Profildaten des Empfängers vorausgefüllt. Der Effekt ist eindeutig: Sie bekommen mehr Anfragen zu niedrigeren Kosten je Anfrage, weil niemand die Plattform verlassen und ein Formular abtippen muss.
Der Effekt hat aber eine zweite Seite. Genau diese niedrige Hürde bedeutet, dass ein Teil der Kontakte gar nicht bewusst entschieden hat, mit Ihnen zu sprechen. Der Wiki-Eintrag zu Lead Ads erklärt die Mechanik. Die Entscheidung zwischen Formular auf LinkedIn und Formular auf der eigenen Seite ist damit eine Abwägung:
| Lead Gen Form auf LinkedIn | Formular auf der eigenen Landingpage | |
|---|---|---|
| Kosten je Anfrage | Niedriger | Höher |
| Qualifizierung durch den Weg | Gering | Höher, weil ein Klick und eine Seite dazwischenliegen |
| Erklärungsmöglichkeit vorher | Nur der Anzeigentext | Eine ganze Seite |
| Nachweis der Einwilligung | Über die Formularkonfiguration | Vollständig unter Ihrer Kontrolle |
| Sinnvoll bei | Klarem, sofort verständlichem Angebot | Erklärungsbedürftiger Leistung, hohem Vertragswert |
Für ein Angebot, das in einem Satz verstanden ist, etwa die Anmeldung zu einem Webinar, gewinnt das Formular auf LinkedIn. Für eine Beratungsleistung, bei der Vertrauen entscheidet, gewinnt meist die eigene Seite, weil Sie dort argumentieren können. Wie diese Seite aussehen sollte, beschreibt B2B-Landingpage: Aufbau.
Wichtig in beiden Fällen: Verbinden Sie die Anfragen automatisch mit Ihrem CRM. Anfragen, die in einer Exportdatei liegen, werden zu spät bearbeitet, und im B2B entscheidet die Reaktionszeit. Der Artikel zu Lead Ads mit dem CRM verbinden beschreibt den Aufbau.
Die stillen Formate: Text, Spotlight, Follower, Event
Text Ads erscheinen am Seitenrand und nur am Desktop. Sie kosten wenig, bekommen wenig Aufmerksamkeit und eignen sich als günstige Begleitung neben einer laufenden Feed-Kampagne. Als Hauptkanal taugen sie nicht.
Spotlight und Dynamic Ads sprechen den Empfänger mit seinen eigenen Profildaten an, teils samt Profilbild. Das fällt auf. Es kann auch schnell übergriffig wirken, gerade im deutschsprachigen Raum, wo persönliche Ansprache in Werbung zurückhaltender erwartet wird. Sparsam einsetzen und die Reaktion beobachten.
Event Ads bewerben eine Veranstaltung mit Anmeldung direkt auf LinkedIn. Für Webinare und Fachveranstaltungen mit festem Termin ein sauberes Format, weil das Ziel eindeutig ist.
Follower Ads bewerben Ihre Unternehmensseite. Das ist kein Vertriebsziel, und es lohnt nur, wenn Sie ohnehin regelmäßig organisch veröffentlichen. Ohne Inhalte gewinnen Sie Follower, die nie wieder etwas von Ihnen sehen.
Welches Format für welches Ziel
| Ihr Ziel | Erste Wahl | Zweite Wahl |
|---|---|---|
| Bekanntheit in einer eng abgegrenzten Zielgruppe | Sponsored Content, Einzelbild oder Video | Thought Leader Ads |
| Fachliche Glaubwürdigkeit aufbauen | Thought Leader Ads | Document Ads |
| Inhalte verbreiten, die Vertrauen schaffen | Document Ads | Sponsored Content mit Link |
| Anfragen mit niedriger Hürde einsammeln | Lead Gen Forms | Sponsored Content auf eigene Landingpage |
| Anfragen mit hoher Qualifizierung | Sponsored Content auf eigene Landingpage | Document Ads mit Formular |
| Anmeldungen zu einem Webinar | Event Ads | Lead Gen Forms |
| Website-Besucher erneut ansprechen | Sponsored Content mit Retargeting-Zielgruppe | Spotlight Ads |
| Ein eng begrenztes Set an Zielunternehmen bearbeiten | Sponsored Content auf Firmenliste | Document Ads auf Firmenliste |
Targeting: der eigentliche Grund, warum Sie hier sind
Das Format entscheidet über die Wirkung, das Targeting über die Rechnung. LinkedIn ist im B2B deshalb stark, weil Sie nach beruflichen Merkmalen abgrenzen können, die Menschen selbst aktuell halten: Funktion, Branche, Unternehmensgröße und konkrete Unternehmenslisten. Der Wiki-Eintrag zur Zielgruppe ordnet die Begriffe ein.
Drei praktische Punkte für den DACH-Raum:
Jobbezeichnungen streuen stark. Dieselbe Rolle heißt in einem Unternehmen Leiter IT, im nächsten Head of IT und im dritten Prokurist mit IT-Verantwortung. Ein Targeting allein über Jobtitel verfehlt deshalb systematisch einen Teil Ihrer Zielgruppe. Ergänzen Sie es um Funktionsbereich und Senioritätsstufe.
Die Grundgesamtheit ist kleiner, als Sie denken. In Österreich und der deutschsprachigen Schweiz sind relevante B2B-Zielgruppen oft so klein, dass eine scharfe Abgrenzung eine Zielgruppe erzeugt, die für stabile Auslieferung zu klein ist. Prüfen Sie die Größe, bevor Sie den Plan schreiben.
Firmenlisten schlagen Merkmale, sobald Sie wissen, wen Sie wollen. Wenn Ihre Zielkundenzahl überschaubar ist, laden Sie die Liste hoch, statt sie über Merkmale zu rekonstruieren. Das ist der Übergang zum Account-based Marketing.
Was wir den meisten B2B-Unternehmen empfehlen
Bauen Sie in dieser Reihenfolge auf.
Stufe eins: eine Botschaft finden. Starten Sie mit Sponsored Content auf eine eng abgegrenzte Zielgruppe, mit zwei bis drei deutlich verschiedenen Aussagen, nicht mit drei Varianten derselben Aussage. Ziel dieser Phase ist nicht der Abschluss, sondern die Antwort auf die Frage, welche Aussage überhaupt Aufmerksamkeit bekommt.
Stufe zwei: die Absicht abholen. Sobald eine Aussage trägt, ergänzen Sie ein Format, das eine Handlung verlangt, also Lead Gen Forms oder eine eigene Landingpage. Erst jetzt, denn vorher optimieren Sie auf eine Botschaft, von der Sie nicht wissen, ob sie stimmt.
Stufe drei: die Warmen wieder einsammeln. Bauen Sie eine Zielgruppe aus Menschen, die Ihr Video zu großen Teilen gesehen, mit Ihrem Beitrag interagiert oder Ihre Seite besucht haben, und sprechen Sie diese gezielt erneut an. Das ist der Teil, in dem LinkedIn im B2B am effizientesten wird, und der, den die meisten auslassen.
Stufe vier: verbreitern. Erst danach lohnen Ergänzungsformate wie Spotlight, Text Ads oder Event Ads.
Steuern Sie auf Kunden, nicht auf Einblendungen
Der häufigste Fehler auf LinkedIn ist nicht das falsche Format, sondern die falsche Zielgröße. Reaktionen, Reichweite und Klickrate sagen Ihnen, ob eine Anzeige gefällt. Sie sagen Ihnen nicht, ob sie Geschäft bringt.
Verfolgen Sie stattdessen die Kette: qualifizierte Anfrage, Erstgespräch, Angebot, Abschluss. Bei den Kosten je Kontakt, die LinkedIn aufruft, entscheidet sich die Rechnung ohnehin erst am Ende dieser Kette. Der Artikel zu Kosten pro Lead im B2B ordnet die Größen ein, und Lead-to-Deal-Attribution beschreibt, wie Sie den Beitrag bis zum Abschluss belegen.
Und die ehrliche Einordnung: LinkedIn ist nicht für jeden der klügste erste Schritt. Wenn Ihre Zielgruppe klein ist und Sie sie über Suchanzeigen mit klarer Kaufabsicht erreichen können, ist das meist der günstigere Einstieg. LinkedIn spielt seine Stärke dort aus, wo Nachfrage erst entstehen muss und wo Sie Menschen erreichen wollen, die noch gar nicht suchen. Die Abwägung behandelt Demand Generation im B2B.
Häufige Fragen
Mit welchem Format soll ich starten?
Mit Sponsored Content als Einzelbild oder als Dokument, auf eine eng abgegrenzte Zielgruppe. Es ist das Format mit der geringsten Reibung und liefert Ihnen am schnellsten die Antwort darauf, ob Ihre Botschaft überhaupt trägt.
Sind Video-Anzeigen besser als Bildanzeigen?
Nicht grundsätzlich. Video gewinnt, wenn Sie etwas erklären müssen oder eine Person Vertrauen aufbauen soll. Ein Bild mit einer klaren Aussage schlägt ein Video ohne Aussage jederzeit, und es ist deutlich schneller produziert.
Wie viele Anzeigen brauche ich in einer Kampagne?
Zwei bis vier je Zielgruppe reichen. Mehr Varianten teilen Ihr Budget so weit auf, dass keine davon genug Daten sammelt, um beurteilbar zu sein. Das gilt bei LinkedIn stärker als anderswo, weil die Kontakte teurer sind.
Kann ich dieselbe Anzeige für Deutschland, Österreich und die Schweiz nutzen?
Technisch ja, inhaltlich selten sinnvoll. Schweizer Hochdeutsch kennt kein Eszett, das österreichische Wirtschaftsvokabular weicht ab, und beides fällt Lesern sofort auf. Die Unterschiede behandelt der Artikel zur Growth-Marketing-Agentur im DACH-Raum.
Wie lange lasse ich ein Format laufen, bevor ich urteile?
Bis die Zielgruppe genug Einblendungen gesehen hat, um ein Muster erkennbar zu machen, in der Praxis meist zwei bis vier Wochen. Nach drei Tagen zu urteilen ist bei den Volumen, die B2B-Zielgruppen auf LinkedIn erzeugen, reines Raten.
Was mache ich, wenn die Kosten je Anfrage zu hoch sind?
Zuerst die Zielgruppe prüfen, dann die Botschaft, dann das Format, in dieser Reihenfolge. Am Gebot zu drehen ist der letzte Hebel und der schwächste. Meistens liegt die Ursache darin, dass die Anzeige einen Schritt verlangt, den die Zielgruppe an dieser Stelle nicht gehen will.
Wollen Sie die richtigen Formate einsetzen?
Wir bauen LinkedIn-Kampagnen für B2B-Unternehmen, die auf Anfragen und Termine steuern statt auf Reichweite. Sehen Sie sich unsere LinkedIn-Ads-Arbeit an oder vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch, und wir sagen Ihnen ehrlich, ob LinkedIn bei Ihnen der richtige erste Schritt ist.
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