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Google Ads Budget festlegen: vom Zielkunden zurückrechnen

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Das Gespräch beginnt fast immer gleich: “Wir haben ein bestimmtes Monatsbudget für Google Ads.” Diese Zahl kommt nirgendwoher. Sie sagt nichts darüber, wie viele Kunden Sie brauchen, und damit auch nichts darüber, ob sie ausreicht. In diesem Artikel lesen Sie, wie Sie ein Budget von Ihrem Kundenziel her aufbauen, wie Sie es an Ihrer Marge prüfen, warum ein zu kleines Budget nicht funktioniert und woran Sie es danach nachsteuern.

Eine Abgrenzung vorweg: Dieser Artikel handelt davon, wie viel Sie einsetzen sollten. Was Ihren Klickpreis, Ihre Betreuung und Ihre Kosten je Kunde überhaupt nach oben oder unten treibt, behandelt der Artikel zu den Google Ads Kosten. Beide Fragen gehören zusammen, aber sie werden regelmäßig vermischt, und das ist der Grund, warum viele Budgetgespräche im Kreis laufen.

Direkt anwenden: Der Google-Ads-Budget-Rechner rechnet die Kette aus Zielkunden, Anfragen und Klickpreis für Sie durch.

Beginnen Sie beim Ziel, nicht bei einer Summe

Drehen Sie die Denkrichtung um. Beginnen Sie am unteren Ende Ihrer Pipeline und arbeiten Sie nach oben.

  • Wie viele neue Kunden wollen Sie monatlich aus Google Ads?
  • Wie viele Angebote oder Termine brauchen Sie, um diese Kunden abzuschließen?
  • Wie viele Anfragen brauchen Sie, um zu diesen Angeboten zu kommen?

Erst wenn Sie diese Zahlen haben, wissen Sie, wie viele Anfragen Ihre Kampagne monatlich liefern muss. Diese Zahl ist Ihr Ausgangspunkt. Wenn Sie diese Rechnung zuerst getrennt aufstellen wollen, hilft wie viele Leads brauche ich, das Ziel scharf zu bekommen, bevor Sie ein Budget festlegen.

Zwei Werte darin sind erfahrungsgemäß am weichsten und verdienen deshalb die meiste Aufmerksamkeit: die Abschlussquote vom Angebot zum Auftrag und der Anteil der Anfragen, die überhaupt qualifiziert sind. Wenn beide nur geschätzt sind, ist auch das Budget geschätzt. Ziehen Sie diese Zahlen aus Ihrem CRM und nicht aus dem Gefühl des Vertriebs.

Die Rechnung: Anfragenziel mal Kosten je Anfrage

Sobald Sie wissen, wie viele Anfragen Sie monatlich brauchen, fehlt noch eine Größe: Ihre Kosten je Anfrage. Das ist, was Sie im Durchschnitt zahlen, um eine Anfrage über Google Ads zu erhalten.

Diese Größe bauen Sie aus zwei Dingen auf, die Sie in Ihrer Kampagne sehen oder abschätzen:

  • dem durchschnittlichen Klickpreis für Ihre Suchbegriffe
  • dem Anteil der Besucher, die tatsächlich ein Formular ausfüllen, also Ihrer Conversion-Rate

Die Rechnung dahinter lässt sich ohne jede Währungsangabe ausdrücken, und in dieser Form ist sie sogar nützlicher, weil sie in jedem Markt gilt:

GrößeWie Sie sie ermitteln
Klicks je AnfrageDer Kehrwert Ihrer Conversion-Rate. Bei einer Conversion-Rate von vier Prozent sind das 25 Klicks.
Kosten je AnfrageKlicks je Anfrage multipliziert mit Ihrem durchschnittlichen Klickpreis
Monatliches MediabudgetIhr Anfragenziel multipliziert mit den Kosten je Anfrage
Kosten je KundeKosten je Anfrage multipliziert mit der Zahl der Anfragen je Abschluss

Ein Beispiel für die Logik, nicht als Norm: Wenn eine von 25 Besucherpersonen eine Anfrage stellt, kostet eine Anfrage das 25-Fache Ihres Klickpreises. Brauchen Sie zwanzig Anfragen im Monat, brauchen Sie das 500-Fache Ihres Klickpreises als monatliches Mediabudget. Diese Zahl ist keine Zusage, sie ist eine Richtschnur.

Ihr tatsächlicher Klickpreis und Ihre tatsächliche Conversion-Rate hängen an Ihrer Branche, Ihren Suchbegriffen, Ihrem Qualitätsfaktor und der Qualität Ihrer Landingpage. Die Methode bleibt aber dieselbe: Anfragenziel mal Kosten je Anfrage ergibt ein erstes, begründetes Monatsbudget statt einer über den Daumen gepeilten Zahl.

Prüfen Sie Ihr Budget an Ihrer Marge

Ein Budget, das genug Anfragen liefert, ist noch nicht automatisch ein gutes Budget. Die zweite Prüfung ist Ihre Marge. Denn wenn jeder Kunde mehr kostet, als er einbringt, kaufen Sie Verlust ein.

Rechnen Sie deshalb bis auf Kundenebene durch:

  • Was bringt ein durchschnittlicher Kunde an Deckungsbeitrag, nicht an Umsatz?
  • Wie viele Anfragen brauchen Sie für einen Kunden?
  • Was darf ein Kunde Sie also höchstens kosten, damit die Rechnung aufgeht?

Der Prüfstein lautet: Ihre Kosten je Kunde müssen deutlich unter dem Deckungsbeitrag liegen, den ein Kunde über seine gesamte Beziehung zu Ihnen bringt, nicht nur beim ersten Auftrag. Wie dieses Verhältnis zu beurteilen ist, beschreibt das LTV-CAC-Verhältnis, und den Wert einer einzelnen Anfrage bestimmen Sie mit Wert pro Lead bestimmen.

Diese Prüfung entscheidet, ob Ihr Budget nach oben oder nach unten muss. Haben Sie viel Marge je Kunde und eine lange Kundenbeziehung, können Sie aggressiver bieten und mehr einsetzen. Sind Ihre Margen dünn, müssen Sie zuerst Ihre Conversion-Rate oder Ihre Zielgruppenansprache verbessern, bevor Sie das Budget öffnen. Genau deshalb beginnen wir bei Google Ads immer beim Wert eines Kunden und nicht beim Klickvolumen.

Ein Hinweis für den deutschsprachigen Raum: In vielen B2B-Segmenten liegt zwischen Anfrage und Abschluss ein Zeitraum von Monaten, teilweise mit einer förmlichen Ausschreibung dazwischen. Wenn Sie Ihr Budget an einem Monatsergebnis messen, messen Sie eine Kampagne an einem Zeitraum, in dem sie noch gar nicht wirken konnte. Legen Sie den Bewertungszeitraum vor dem Start fest und richten Sie ihn an Ihrer tatsächlichen Verkaufsdauer aus.

Warum ein zu kleines Budget nicht beschleunigt

Viele Teams setzen ein minimales Budget ein, um “zu testen”, und schließen nach zwei Wochen, dass Google Ads nicht funktioniert. Das Problem liegt oft nicht am Kanal, sondern an der Größenordnung.

Google Ads steuert selbst auf Basis von Conversion-Daten nach. Mit zu wenig Budget bekommt die Automatik zu wenige Signale, um zu lernen, wer konvertiert und wer nicht. Sie zahlen dann für Klicks in einer Phase, in der das System noch sucht, und ziehen den Stecker genau, bevor etwas hätte entstehen können. Welche Rolle die Gebotsstrategie dabei spielt und wie Smart Bidding diese Daten nutzt, ist im Wiki beschrieben.

Ein tragfähiges Budget muss groß genug sein, um in einem vernünftigen Zeitraum genug Conversions zu sammeln. Wie viel das genau ist, hängt an Ihren Kosten je Anfrage und Ihren Zielen, aber die Regel ist eindeutig: Rechnen Sie mit einer Lernphase und urteilen Sie nicht nach einer schlechten Woche.

Praktisch folgen daraus drei Entscheidungen, die ein knappes Budget rettbar machen:

  1. Weniger gleichzeitig. Ein Budget, das auf eine Kampagne konzentriert ist, sammelt schneller Daten als dasselbe Budget über fünf Kampagnen verteilt.
  2. Ein Conversion-Ereignis, das häufig genug eintritt. Wenn nur der abgeschlossene Auftrag als Conversion zählt und der zweimal im Quartal vorkommt, lernt das System nie. Nehmen Sie eine qualifizierte Anfrage als Ereignis und melden Sie den Abschluss zusätzlich zurück.
  3. Geografisch eng starten. Im DACH-Raum ist es fast immer wirksamer, in einem Land oder einer Region zu beginnen, als drei Länder mit einem Budget zu bespielen, das für eines gedacht war.

Welche Kampagnenart dabei zu Ihrem Ziel passt, ordnet Google Ads Kampagnentypen ein.

Steuern Sie nach Pipeline, nicht nach Klicks

Sie haben jetzt ein Budget, das begründet ist: Es folgt aus Ihrem Anfragenziel, Ihren Kosten je Anfrage und Ihrer Marge. Aber die Arbeit beginnt erst, wenn die Kampagne läuft. Ein Budget ist keine Einstellung, die Sie einmal wählen, es ist ein Regler, den Sie monatlich an echten Ergebnissen nachjustieren.

Die Falle ist, dass Sie auf die falschen Zahlen zu steuern beginnen. Klicks, Impressionen und Klickpreis sehen in einem Dashboard betriebsam aus, sagen aber nichts darüber, ob Ihr Einsatz zu Aufträgen wird. Ein Tag mit vielen günstigen Klicks fühlt sich wie Gewinn an, während diese Klicks vielleicht keine einzige Anfrage gebracht haben.

Koppeln Sie Ihre Kampagne deshalb an das, was nach dem Klick passiert. Mit der Rückmeldung von Offline-Conversions und einer Zuordnung von der Anfrage bis zum Abschluss sehen Sie nicht nur, welche Klicks zu einer Anfrage wurden, sondern welche Anfragen tatsächlich Kunde wurden. Dann steuern Sie Ihr Budget zu den Suchbegriffen und Kampagnen, die Pipeline aufbauen, und weg von den Anfragen, die nur Ihren Klickzähler bewegen. Der Aufbau steht in Google Ads Conversions messen und in Lead-to-Deal-Attribution.

So wird bezahlte Suche zur schnellen Akquisitionsschicht Ihres Wachstumsmotors und nicht zu einem Kostenposten, den Sie nach Gefühl füttern. Das ist der Unterschied zwischen einem Budget, das Sie über Ihren Klickpreis verteidigen, und einem Budget, das Sie über Ihren Umsatz verteidigen.

Häufige Fragen

Wie oft sollten wir das Budget anpassen?

Monatlich prüfen, quartalsweise grundsätzlich entscheiden. Wöchentliche Anpassungen stören die Lernphase der Gebotsautomatik und erzeugen Reaktionen auf Zufall. Die Ausnahme ist ein klarer Fehler, etwa eine Kampagne, die auf offensichtlich falsche Anfragen ausspielt.

Sollten wir das Budget gleichmäßig über den Monat verteilen?

Meist ja, mit einer Ausnahme: Wenn Ihre Anfragen stark an Werktagen und Bürozeiten hängen, was im B2B die Regel ist, lohnt eine Steuerung über den Werbezeitplaner. Ein Budget, das am Wochenende ausgegeben wird, kauft im B2B oft die schlechteren Anfragen.

Was machen wir, wenn der Klickpreis in unserer Branche sehr hoch ist?

Dann ist das Budget selten die Lösung. Prüfen Sie zuerst drei Dinge: engere Suchbegriffe mit klarerer Absicht, eine Landingpage, die zur Anfrage passt, und auszuschließende Suchbegriffe. Ein hoher Klickpreis bei guter Conversion-Rate ist tragbar, ein hoher Klickpreis bei schwacher Conversion-Rate ist es nie.

Brauchen wir für Deutschland, Österreich und die Schweiz getrennte Budgets?

Ja, und getrennte Kampagnen. Die Wettbewerbslage, die Klickpreise und die Suchbegriffe unterscheiden sich, und ein gemeinsames Budget fließt automatisch in den größten Markt. Wer die kleineren Märkte ernst nimmt, gibt ihnen ein eigenes Budget mit eigenem Ziel.

Sollten wir zuerst in SEO oder in Google Ads investieren?

Das hängt daran, wie schnell Sie Anfragen brauchen und wie lange Sie warten können. Anzeigen liefern sofort und hören sofort auf, organische Sichtbarkeit braucht Zeit und trägt danach weiter. Die Abwägung behandelt SEO oder Google Ads.

Ab wann lohnt sich eine externe Betreuung?

Wenn das Konto komplex genug wird, dass die Optimierung mehr Zeit kostet, als intern verfügbar ist, oder wenn die Zuordnung bis zum Abschluss aufgebaut werden soll. Die Abwägung im Detail steht in Google Ads auslagern.

Bereit, Ihr Budget zu begründen?

Ein gutes Google Ads Budget legen Sie nicht nach Gefühl fest, sondern indem Sie von Ihrem Kundenziel, Ihren Kosten je Anfrage und Ihrer Marge je Kunde zurückrechnen. Wollen Sie das für Ihre Situation gemeinsam scharf bekommen und Ihr Budget an Abschlüsse statt an Klicks koppeln? Nehmen Sie Kontakt auf, und wir rechnen es mit Ihnen durch.

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