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Demand Gen oder Display: welcher Kampagnentyp zu welcher Funnel-Rolle passt

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Sie öffnen Ihr Werbekonto, um eine neue visuelle Kampagne aufzusetzen, und stoßen sofort auf die Wahl: Demand Gen oder eine klassische Display-Kampagne? Beide zeigen Bild statt reinem Text, beide erscheinen zum Teil an denselben Stellen, und trotzdem sind es unterschiedliche Instrumente. Wer sie verwechselt, verbrennt Einsatz an der falschen Stelle im Kaufprozess.

In diesem Artikel lesen Sie, wo sich die beiden überschneiden, wo sie sich grundlegend unterscheiden und welcher Typ zu welcher Rolle in Ihrem B2B-Funnel passt.

Wo Demand Gen und Display sich überschneiden

Dass die beiden verwechselt werden, ist nachvollziehbar, denn sie teilen einen großen Teil ihres Fundaments. Beide laufen mit visuellen Anzeigen, beide schöpfen aus dem Netzwerk außerhalb der Suchergebnisse, und beide können an denselben Stellen erscheinen.

Die wichtigste Überschneidung liegt im Inventar. Demand Gen wurde auf der Infrastruktur gebaut, die jahrelang für Display und die Entdeckungsfeeds genutzt wurde. Ihre Anzeigen können also an vergleichbaren Orten landen: in Feeds, neben Inhalten, in Apps. Auch im Zweck ähneln sie sich: Keiner der beiden ist in erster Linie eine Direktabsatzmaschine wie eine Suchkampagne. Beide erzeugen oder erhalten Nachfrage, statt sie nur abzuschöpfen.

Wegen dieser Überschneidung denken Werbetreibende manchmal, Demand Gen sei einfach der neue Name für Display. Das stimmt nicht. Die Platzierung ähnelt sich, aber die Art, wie entschieden wird, wer Ihre Anzeige sieht, unterscheidet sich grundlegend. Und genau dieser Unterschied bestimmt, welche Kampagne Pipeline erzeugt und welche vor allem Einblendungen produziert.

Wo sie sich grundlegend unterscheiden

Der eigentliche Unterschied liegt in der Ausrichtung und in der Art des Signals, auf das gesteuert wird.

Klassisches Display läuft auf Kontext und Remarketing. Ihre Ausrichtung geht davon aus, wo die Anzeige erscheint oder wen Sie bereits kennen: kontextuelle Ausrichtung auf Websites zu einem bestimmten Thema, Affinitätszielgruppen und vor allem Remarketing auf Menschen, die Ihre Website schon besucht haben. Es ist ein Netzwerk, das Ihre Anzeige breit und günstig verteilt. Die Stärke liegt in Reichweite und Wiederholung zu niedrigen Kosten je Einblendung. Was das Google Display Netzwerk genau umfasst und wo seine Grenzen liegen, behandelt der eigene Beitrag dazu.

Demand Gen läuft auf Verhaltens- und Ähnlichkeitssignale. Hier wird stärker auf beobachtetes Verhalten gesteuert: was Menschen sich ansehen, worauf sie in Entdeckungsfeeds klicken, welche Interessen sie zeigen. Sie können Zielgruppen aufbauen, die Ihren eigenen Kunden- oder Anfragenlisten ähneln, sodass das System Menschen sucht, die Ihren besten Kunden gleichen. Wie Sie diese eigenen Listen sauber einspeisen, beschreibt Customer Match in Google Ads. Die Gebotsstrategien sind zudem stärker auf Conversions ausgelegt: Sie optimieren standardmäßig auf Handlungen, nicht auf Klicks.

Ein zweiter Unterschied ist die gestalterische Latte. Demand Gen ist als hochwertiges visuelles Format angelegt: gute Bilder, Karussells, Video. Es soll sich wie ein organischer Beitrag im Feed anfühlen. Klassisches Display verträgt einfachere Banner, auch wenn die selten gut abschneiden. Wer mit schwachen Motiven in Demand Gen geht, verschenkt genau den Teil, der den Kanal trägt.

Der dritte Unterschied ist Kontrolle. Bei Display haben Sie historisch mehr manuelle Regler: Platzierungen ausschließen, feine kontextuelle Ausrichtung, Gebotsanpassungen je Platzierung. Demand Gen ist stärker automatisiert; Sie liefern Signale und Motive, das System übernimmt die schwere Arbeit. Das ist bequem und setzt voraus, dass Ihre Conversion-Messung stimmt, sonst optimiert das System sauber auf das falsche Ziel.

Demand GenKlassisches Display
SteuersignalVerhalten, Interessen, Ähnlichkeit zu Ihren ListenKontext der Seite, Affinität, Besucher Ihrer Website
Typische RolleNeue Nachfrage erzeugenBekannte Besucher günstig zurückholen
Gestalterischer AnspruchHoch, das Format trägt den KanalNiedriger, funktioniert aber auch schlechter
KontrolleStark automatisiertMehr manuelle Regler
VoraussetzungBelastbare Conversion-MessungBelastbare, einwilligungsgestützte Zielgruppenlisten
Typischer FehlgriffSchwache Motive, dünne MessungWird nach billigen Klicks beurteilt

Der Punkt, der im deutschsprachigen Raum vorher geklärt gehört

Bevor Sie zwischen den beiden wählen, gehört eine Frage geklärt, die international selten auftaucht und hier die Antwort verschieben kann: Auf welcher Grundlage entstehen Ihre Zielgruppenlisten überhaupt?

Remarketing setzt voraus, dass Sie Besucher wiedererkennen. Dafür brauchen Sie in aller Regel eine Einwilligung, und in Deutschland ist die Rechtsgrundlage für das Speichern und Auslesen von Informationen im Endgerät ausdrücklich geregelt, ergänzend zur Datenschutz-Grundverordnung. In Österreich gilt derselbe europäische Rahmen mit eigener Aufsicht, in der Schweiz greift das revidierte Datenschutzgesetz, das der Grundverordnung ähnelt, ohne mit ihr deckungsgleich zu sein.

Praktisch heißt das zweierlei. Erstens ist Ihre Remarketing-Liste kleiner als Ihre Besucherzahl, und zwar um den Anteil, der nicht zugestimmt hat. Eine Display-Strategie, die auf Remarketing als tragende Säule setzt, kann deshalb in einem Markt funktionieren und in einem anderen ins Leere laufen. Zweitens sind auch Ihre eigenen Kundenlisten kein rechtsfreier Raum: Sie brauchen eine tragfähige Grundlage dafür, diese Daten für Werbung zu verwenden. Welche das im Einzelfall ist, gehört mit Ihrer Datenschutzberatung geklärt und nicht mit einer Agentur allein.

Diese Klärung gehört vor die Kanalfrage. Wer sie überspringt, entscheidet sich womöglich für den Kanal, dessen Voraussetzung er gar nicht erfüllt.

Welcher Typ zu welcher Funnel-Phase passt

Wählen Sie nicht danach, welcher Kanal moderner klingt, sondern nach der Rolle, die die Kampagne in Ihrem Funnel spielt.

Oben im Funnel: Demand Gen. Wenn Ihr Ziel ist, Nachfrage bei Menschen zu erzeugen, die Sie noch nicht kennen, ist Demand Gen das stärkere Instrument. Die Verhaltens- und Ähnlichkeitssignale helfen, neue, passende Zielgruppen zu erreichen, mit Motiven, die auffallen. Für B2B ist das die Stelle, an der Sie ein Problem auf die Tagesordnung setzen, das Ihre Lösung beseitigt, lange bevor jemand aktiv sucht. Wie diese Aufgabe als eigenständige Disziplin funktioniert, beschreibt Demand Generation im B2B.

In der Mitte: beide, mit klarer Aufgabenteilung. Hier überschneiden sie sich am stärksten. Demand Gen kann Menschen weiter aufwärmen, die bereits reagiert haben; Display kann über Remarketing Besucher zurückholen, die noch nicht so weit waren. Eine sinnvolle Teilung: Demand Gen für die Erweiterung Ihres Publikums, Display als günstige Wiederansprache, die Ihre Marke zwischen den Kontaktpunkten präsent hält.

Unten im Funnel: keiner von beiden als Hauptmotor. Die Nachfrage, die Sie oben erzeugt haben, ernten Sie am effizientesten mit Suchkampagnen, wo die Kaufabsicht ausgesprochen ist. Display und Demand Gen unterstützen dann, sie ersetzen es nicht. Welcher Kampagnentyp welche Aufgabe übernimmt, ordnet Google Ads Kampagnentypen im Zusammenhang ein.

Die B2B-Falle: auf die falsche Kennzahl steuern

Das größte Risiko bei beiden Kanälen ist, dass sie günstig aussehen. Display liefert sehr billige Klicks, Demand Gen liefert eindrucksvolle Reichweitenzahlen. Beide verführen dazu, auf Volumen zu berichten statt auf Umsatz. Und genau da geht es im B2B schief.

Eine Einblendung ist keine Pipeline. Ein billiger Klick ist keine Anfrage. Wenn Sie nicht messen, was nach dem Klick passiert, optimiert das System ordentlich auf das Ziel, das Sie angegeben haben, und dieses Ziel ist oft viel zu oberflächlich. Konkret heißt das: Binden Sie Ihr Kundenverwaltungssystem an, spielen Sie Abschlüsse zurück ins Werbekonto, und steuern Sie Ihre Gebotsstrategie auf den Wert qualifizierter Anfragen und Aufträge. Erst dann können Sie Demand Gen und Display überhaupt fair vergleichen, weil Sie beide an derselben Größe messen. Wie Sie diese Messschicht aufsetzen, beschreibt Google Ads Conversions messen.

Wir sagen hier offen, was wir in der Praxis raten: Für kleinere B2B-Einsätze ist es meist vernünftiger, zuerst die Such- und Wiederansprache-Schicht rentabel zu bekommen, bevor Sie schwer in Demand Gen investieren. Nachfrage zu erzeugen ist wertvoll, lohnt sich aber erst richtig, wenn die Erntestufe darunter bereits konvertiert.

Wie Sie in der Praxis wählen

Gehen Sie diese vier Fragen durch, bevor Sie Einsatz zuweisen.

  1. Was ist das Ziel dieser Kampagne? Neue Nachfrage erzeugen weist auf Demand Gen. Bestehende Besucher günstig zurückholen weist auf Display-Remarketing.
  2. Haben Sie Motive, die in einen Feed gehören? Wenn nicht, holen Sie das Potenzial von Demand Gen nicht ab und investieren besser zuerst in Bild und Video.
  3. Steht Ihre Conversion-Messung auf echten Werten? Ohne Rückmeldung aus dem Vertrieb steuern Sie beide Kanäle blind. Richten Sie das zuerst ein.
  4. Ist Ihre Zielgruppenbildung rechtlich tragfähig? Prüfen Sie die Grundlage Ihrer Listen, bevor Sie eine Strategie darauf bauen, die ohne sie nicht funktioniert.

In den meisten B2B-Funnels ist die Antwort ohnehin kein Entweder-oder. Demand Gen füllt den Funnel mit passenden neuen Zielgruppen, Display hält ihn günstig warm, und Ihre Suchkampagnen ernten die Absicht, die Sie erzeugt haben. Sie sind Schichten eines Systems, keine Konkurrenten. Die Frage ist nicht, welcher Kanal gewinnt, sondern wie sie einander in Richtung Pipeline zuarbeiten.

Häufige Fragen

Ersetzt Demand Gen die klassischen Display-Kampagnen?

Nein. Demand Gen ist auf das Erzeugen von Nachfrage bei neuen Zielgruppen ausgelegt, klassisches Display bleibt die günstigste Art, bekannte Besucher wieder anzusprechen. Beide behalten eine eigene Rolle. Was sich verschoben hat, ist der Ort, an dem conversionorientierte visuelle Kampagnen aufgesetzt werden.

Womit sollten wir anfangen, wenn unser Einsatz begrenzt ist?

Mit der Suchkampagne, danach mit Wiederansprache über Display, und erst dann mit Demand Gen. Die Reihenfolge folgt der Kaufabsicht: Zuerst ernten Sie, was schon da ist, dann holen Sie zurück, was fast da war, und erst danach erzeugen Sie Neues. Umgekehrt zu beginnen ist teuer und schwer zu belegen.

Brauchen wir für Demand Gen Video?

Nicht zwingend, es hilft aber deutlich. Das Format ist auf Bewegtbild und hochwertige Standbilder ausgelegt. Ein Karussell aus guten Bildern funktioniert. Ein einzelner Banner, der aus einer Display-Kampagne übernommen wurde, funktioniert nicht. Welche Formate im Detail zur Verfügung stehen, beschreibt Was sind Video Ads.

Wie lange sollten wir eine Demand-Gen-Kampagne laufen lassen, bevor wir urteilen?

Länger als eine Suchkampagne. Weil sie stark automatisiert ist, braucht sie eine Lernphase mit ausreichend Conversion-Daten, bevor die Zahlen aussagekräftig werden. Ein Urteil nach zwei Wochen bewertet die Lernphase, nicht die Kampagne. Rechnen Sie in Monaten, und prüfen Sie zwischendurch nur, ob offensichtlich etwas falsch läuft.

Funktioniert das in Österreich und der Schweiz gleich?

Technisch ja, praktisch nicht ganz. Die Zielgruppen sind dort deutlich kleiner, sodass eine getrennte Kampagne je Land schnell zu wenig Daten bekommt, um automatisiert gut zu steuern. In der Schweiz kommt der abweichende Rechtsrahmen für die Zielgruppenbildung dazu. Beides spricht dafür, im kleineren Markt eher auf die Suchschicht zu setzen und visuelle Kampagnen dort einzusetzen, wo genug Volumen ist.

Bereit, Ihre visuellen Kampagnen auf Pipeline zu stellen?

Demand Gen und Display sind beide wertvoll, aber nur, wenn sie die richtige Rolle im Funnel übernehmen und an echtem Umsatz gemessen werden. Unternehmen, die den Unterschied verstehen, verschwenden keinen Einsatz auf billige Klicks und schöne Einblendungen, aus denen nie ein Auftrag wird.

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