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Logo-Dateiformate erklärt: AI, SVG, PNG, EPS und was in Ihr Übergabepaket gehört
Für KI kopieren
Ihr Logo ist fertig, und Sie bekommen einen Ordner voller Dateien: eine AI-Datei, ein paar PNGs, eine EPS, vielleicht eine SVG. Und dann kommt die Frage, an der fast alle hängenbleiben: Welche Datei schicken Sie an die Druckerei, welche legen Sie auf die Website, und welche verwenden Sie für das Profilbild in einem beruflichen Netzwerk? Schicken Sie die falsche, bekommen Sie ein unscharfes Logo auf Ihrem Messebanner oder einen weißen Kasten um Ihr Profilbild.
Dieser Artikel erklärt, was jedes Format leistet, wann Sie welches einsetzen, und, das ist der geschäftlich wichtigere Teil, was in einem vollständigen Übergabepaket enthalten sein muss, damit Sie später handlungsfähig bleiben.
Vektor und Pixel: der eine Unterschied, der alles erklärt
Bevor Sie die einzelnen Formate verstehen, müssen Sie eine Unterscheidung kennen. Logodateien fallen in zwei Familien: Vektor und Pixel, auch Raster genannt.
Eine Vektordatei beschreibt Ihr Logo als mathematische Formen: Linien, Kurven und Flächen mit Koordinaten. Die Datei sagt nicht “hier steht ein blauer Bildpunkt”, sondern “zeichne einen Kreis mit diesem Radius und fülle ihn blau”. Die Folge: Sie können das Logo so klein wie ein Browsersymbol oder so groß wie eine Fassadenbeschriftung darstellen, und es bleibt gestochen scharf. Es gibt keine feste Auflösung, also keinen Qualitätsverlust. AI, EPS, SVG und meist auch PDF sind Vektorformate.
Eine Pixeldatei ist ein Raster einzelner farbiger Punkte mit fester Auflösung. Ein PNG mit 500 mal 500 Bildpunkten hat genau diese Anzahl. Vergrößern Sie es, werden die Punkte gestreckt, und Sie sehen Kanten und Unschärfe. PNG und JPG sind Pixelformate. Sie sind nicht schlechter, sie sind anders: Für Bildschirme und Fotografien sind sie genau richtig, weil Browser und Anwendungen unmittelbar damit umgehen können.
Die praktische Lehre: Sie brauchen beides. Die Vektordatei ist Ihr unantastbares Original, die Pixeldateien sind die Arbeitskopien für den Alltag.
Die Vektorformate: Original und Druck
AI, die Quelldatei
Die AI-Datei ist die Arbeitsdatei, in der Ihr Logo gezeichnet wurde. Sie enthält alle Ebenen, Pfade und Farbinformationen. Das ist die Datei, mit der eine Gestalterin Ihr Logo ändern kann: eine Farbe anpassen, eine Variante anlegen, die Wortmarke abtrennen.
Im Alltag machen Sie mit einer AI-Datei nichts, weil Sie eine bestimmte Software brauchen, um sie zu öffnen. Aber sie aufzubewahren ist entscheidend. Ohne diese Datei kann niemand Ihr Logo später sauber bearbeiten. Betrachten Sie sie als Gussform: Sie verwenden sie selten und wollen sie nie verlieren.
EPS, das klassische Druckformat
EPS ist das klassische Austauschformat für Druckerzeugnisse. Es ist eine Vektordatei, die praktisch jede Druckerei und jedes professionelle Gestaltungsprogramm öffnen kann, auch ohne die ursprüngliche Software. Wenn Sie für ein Banner, einen Aufkleber, bedruckte Arbeitskleidung oder eine Anzeige gefragt werden, Ihr Logo “in Vektor” zu schicken, ist EPS häufig die richtige Antwort.
EPS wird zunehmend von PDF abgelöst, aber viele Druckereien fragen weiterhin danach. Es gehört deshalb ins Paket.
PDF, das universelle Druckformat
PDF kennen alle als Dokumentformat, aber ein Logo-PDF kann die vollständige Vektorinformation behalten. Damit ist es eine ausgezeichnete, universell teilbare Druckdatei: Ihre Druckerei kann sie öffnen, Ihre Kollegin kann sie ohne teure Software ansehen, und die Qualität bleibt skalierbar. Für viele heutige Druckaufträge ist ein Vektor-PDF genauso brauchbar wie eine EPS.
SVG, der Vektor fürs Web
SVG ist das Vektorformat für Bildschirme. Ein SVG-Logo auf Ihrer Website bleibt auf jedem Display scharf, denn es ist nach der W3C-Spezifikation auf beliebige Auflösungen skalierbar, und die Datei ist meist klein, was Ihrer Ladezeit zugutekommt. Außerdem lässt sich ein SVG per Code umfärben, etwa für eine dunkle Darstellung. Bauen Sie eine neue Website, fordern Sie ausdrücklich ein SVG an.
Ein Sicherheitshinweis, der in Gestaltungsratgebern selten steht: Eine SVG-Datei kann Skriptcode enthalten. Wenn Ihr Redaktionssystem Besuchern oder externen Partnern erlaubt, SVG hochzuladen, ist das eine Angriffsfläche. Für Ihr eigenes Logo ist das unkritisch, für eine offene Uploadfunktion nicht.
Die Pixelformate: Web, Büro und soziale Kanäle
PNG
PNG ist das Arbeitspferd für den digitalen Gebrauch und das Format, das Sie selbst am häufigsten verwenden werden. Der große Vorteil: PNG unterstützt Transparenz. Der Hintergrund um Ihr Logo ist also durchsichtig, sodass Sie es auf eine farbige Fläche, ein Foto oder eine farbige Kopfgrafik setzen können, ohne einen weißen Kasten darum.
Lassen Sie sich PNGs in mehreren Größen geben, klein für das Web, groß für Präsentationen, und am besten in zwei Farbfassungen: eine dunkle Variante für helle Hintergründe und eine weiße für dunkle. Mit diesem Satz decken Sie den größten Teil Ihres Alltags ab, von der E-Mail-Signatur bis zur Präsentation.
JPG
JPG kennen Sie von Fotografien. Für Logos ist es aus einem Grund meist die schlechteste Wahl: JPG kann keine Transparenz. Ihr Logo steht also immer auf einem geschlossenen, in der Regel weißen Hintergrund. Außerdem komprimiert JPG mit Qualitätsverlust, wodurch an scharfen Kanten und an Text sichtbare Artefakte entstehen.
Verwenden Sie JPG nur, wenn eine Plattform ausdrücklich danach fragt oder Ihr Logo ohnehin auf einer einfarbig weißen Fläche steht.
Welches Format verwenden Sie wofür?
| Anwendung | Erste Wahl | Ausweichlösung | Häufiger Fehler |
|---|---|---|---|
| Website und Onlineshop | SVG | PNG mit Transparenz | Zu großes PNG, das die Ladezeit kostet |
| Browsersymbol (Favicon) | SVG oder PNG in kleiner Größe | ICO | Das volle Logo statt einer reduzierten Bildmarke |
| Profilbild in Netzwerken | PNG, quadratisch, mit Rand | JPG, wenn gefordert | Logo randlos, wird beschnitten |
| E-Mail-Signatur | PNG, klein, dunkle Fassung | JPG auf Weiß | SVG, das viele Mailprogramme nicht darstellen |
| Präsentationen und Office | PNG in großer Fassung | EMF | Ein Screenshot der Website |
| Visitenkarten und Drucksachen | Vektor-PDF | EPS | PNG an die Druckerei geschickt |
| Banner, Fahrzeuge, Textil | EPS oder Vektor-PDF | AI | Pixeldatei, wird bei Vergrößerung unscharf |
| Bearbeitung, neue Variante | Die AI-Quelldatei | Eine offene Vektordatei | Nur Exporte vorhanden |
Zweifeln Sie zwischen zwei Formaten? Merken Sie sich die Grundregel: Alles, was groß oder gedruckt wird, verlangt Vektor. Alles, was auf einem Bildschirm erscheint, geht mit PNG oder SVG.
Die Abnahmeliste für Ihr Übergabepaket
Das ist der Teil, der über Dateiformate hinausgeht und Ihnen tatsächlich Geld spart. Gehen Sie diese Liste durch, bevor Sie ein Markenprojekt abnehmen und die Schlussrechnung freigeben. Nachfordern ist nach Projektende immer schwieriger, und bei einem Anbieterwechsel oft unmöglich.
| Was Sie erhalten sollten | Warum es zählt |
|---|---|
| Die offene Quelldatei | Ohne sie kann niemand Ihr Logo je bearbeiten |
| Vektor für Druck (EPS und PDF) | Jede Druckerei kann damit arbeiten |
| SVG für das Web | Scharf auf jedem Bildschirm, kleine Datei |
| PNG in mehreren Größen | Der Alltagsgebrauch, von Signatur bis Präsentation |
| Positiv-, Negativ- und einfarbige Fassung | Für helle, dunkle und einfarbige Untergründe |
| Eine reduzierte Bildmarke | Für Symbole, Profilbilder und sehr kleine Größen |
| Schutzraum und Mindestgröße | Damit das Logo überall lesbar bleibt |
| Farbwerte in allen Systemen | Bildschirmfarben und Druckfarben stimmen nicht automatisch überein |
| Die Schriftdateien plus Lizenznachweis | Ohne Lizenz dürfen Sie die Schrift nicht verwenden |
| Eine kurze Anwendungsanleitung | Damit Ihr Team nicht raten muss |
| Die Einräumung der Nutzungsrechte | Ohne sie besitzen Sie das Logo nicht in dem Umfang, den Sie annehmen |
Zwei Zeilen daraus verdienen eine Erläuterung, weil sie im deutschsprachigen Raum regelmäßig zu Problemen führen.
Schriftlizenzen. Eine Schrift ist ein lizenziertes Produkt, kein Bestandteil Ihres Logos. Die Lizenz für den Gebrauch in einem Gestaltungsprogramm deckt nicht automatisch die Einbindung als Webschrift, und die Weitergabe der Schriftdatei an Dritte ist häufig ausgeschlossen. Lassen Sie sich sagen, welche Schrift verwendet wurde, welche Lizenz vorliegt und auf wen sie lautet. Wenn Sie Schriften von einem externen Dienst nachladen, ist das zusätzlich eine Datenschutzfrage, weil dabei die IP-Adresse Ihrer Besucher an einen Dritten übertragen wird.
Nutzungsrechte. Ohne ausdrückliche Regelung verbleibt das Urheberrecht bei der Gestalterin, und Sie erwerben nur ein Nutzungsrecht in dem Umfang, den der Vertragszweck nahelegt. Das reicht regelmäßig nicht für eine spätere Bearbeitung durch jemand anderen. Vereinbaren Sie ausdrücklich ein ausschließliches, zeitlich und räumlich unbeschränktes, übertragbares und bearbeitbares Nutzungsrecht.
Was das über ein Angebot verrät
Die Vollständigkeit des Übergabepakets ist einer der zuverlässigsten Hinweise darauf, wie ein Anbieter arbeitet, und einer der wenigen, die Sie vor der Beauftragung prüfen können. Fragen Sie in jedem Erstgespräch: Was genau erhalte ich am Ende, in welchen Formaten, und welche Rechte gehen dabei über? Ein Anbieter, der darauf eine schriftliche Liste liefert, hat das Thema durchdacht. Ein Anbieter, der ausweicht oder das Paket als Zusatzposten führt, hat es ebenfalls durchdacht, nur zu seinen Gunsten.
Wir betrachten ein vollständiges Paket als Grundvoraussetzung professioneller Arbeit, nicht als Zusatzleistung. Welche Faktoren den Aufwand eines solchen Projekts bestimmen, beschreibt der Artikel zu den Kosten eines Logos oder Corporate Designs, und wie ein Projekt abläuft, steht im Artikel Corporate Design entwickeln lassen.
Dateiformate sind übrigens nur ein Teil eines größeren Ganzen. Ein Logo, das in jedem Format stimmt, ist erst dann wertvoll, wenn es für etwas steht. Das beginnt bei Ihrer Positionierung und Ihrer Markenstrategie, und die Ebenen darüber und darunter ordnet der Artikel zu Markenidentität und visueller Identität.
Häufig gestellte Fragen
Was tun wir, wenn wir nur PNGs haben und die Quelldatei fehlt?
Dann muss Ihr Logo nachgezeichnet werden, also in einem Vektorprogramm neu aufgebaut. Das ist Handarbeit, keine Umwandlung. Automatische Vektorisierungswerkzeuge erzeugen unsaubere Pfade, die im Druck und bei kleinen Größen sichtbar werden. Rechnen Sie damit als eigenständigem kleinen Auftrag und halten Sie diesmal die Übergabe schriftlich fest.
Reicht nicht eine einzige Datei in hoher Auflösung?
Nein, weil “hohe Auflösung” nur ein Pixelproblem verschiebt und nicht löst. Ein sehr großes PNG ist für die Website zu schwer und für einen Fahrzeugaufdruck immer noch zu klein. Vektor und Pixel lösen unterschiedliche Aufgaben, und deshalb brauchen Sie beide.
Wie viele Logovarianten brauchen wir wirklich?
In der Praxis vier: die Hauptfassung, eine einfarbig dunkle, eine einfarbig weiße und eine reduzierte Bildmarke ohne Schriftzug. Alles darüber hinaus ist meist Komfort. Alles darunter führt dazu, dass jemand im Alltag improvisiert, und improvisierte Logos sind der häufigste Grund für ein uneinheitliches Erscheinungsbild.
Warum sieht unser Logo im Druck anders aus als am Bildschirm?
Weil Bildschirme Farbe mit Licht erzeugen und Druck mit Farbmitteln. Beide Systeme können nicht dieselben Farben darstellen. Deshalb gehört zu einem sauberen Paket für jede Markenfarbe der Wert in beiden Systemen, und bei kritischen Farben zusätzlich ein definierter Sonderfarbwert.
Dürfen wir das Logo einer Agentur zur Bearbeitung geben, die es nicht erstellt hat?
Nur wenn Ihr Vertrag ein bearbeitbares und übertragbares Nutzungsrecht einräumt. Ohne diese Klausel ist die Bearbeitung durch Dritte rechtlich angreifbar, auch wenn Sie die Quelldatei physisch besitzen. Die Datei zu haben und das Recht zu haben, sind zwei verschiedene Dinge.
Sitzen Sie mit unbrauchbaren Dateien fest?
Wollen Sie sicherstellen, dass Ihr Logo und Ihr Erscheinungsbild in jedem Kanal stimmen, oder haben Sie von einem früheren Anbieter ein unvollständiges Paket bekommen? Nehmen Sie Kontakt auf, und wir sehen uns gemeinsam an, wie Sie Ihre Marke technisch und rechtlich in Ordnung bringen.
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