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Keyword-Recherche Schritt für Schritt: von der Rohliste zum Redaktionsplan
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Keyword-Recherche wird meist als Werkzeugarbeit beschrieben: Begriff eintippen, Liste exportieren, fertig. Das ist der kleinste Teil und der Grund, warum so viele Listen ungenutzt liegen bleiben. Die eigentliche Arbeit besteht darin, aus einer Rohliste über mehrere Filter einen Plan zu machen, in dem jede Seite ein Ziel hat.
Dieser Artikel beschreibt das vollständige Vorgehen in sieben Schritten: Begriffe sammeln, mit einem Werkzeug erweitern, die Suchabsicht aus der Ergebnisseite lesen, Machbarkeit gegen Chance abwägen, zu Themen bündeln, nach geschäftlichem Wert priorisieren und alles in einen Redaktionsplan überführen. Woher die besten Ausgangsbegriffe im B2B kommen, nämlich aus Vertriebsgesprächen und nicht aus einer Datenbank, behandelt der Beitrag zur B2B-Keyword-Recherche ausführlich. Hier geht es um das, was danach passiert.
Direkt anwenden: Rechnen Sie mit dem SEO-ROI-Rechner durch, was organischer Verkehr in Ihrem Geschäft überhaupt beitragen kann, bevor Sie den Plan schreiben.
Was Sie vorher brauchen
Bevor Sie beginnen, legen Sie drei Dinge bereit. Ein Recherchewerkzeug, wobei die kostenlose Variante der Werbeplattform als Einstieg genügt. Eine Viertelstunde mit jemandem aus Vertrieb oder Kundendienst. Und eine schlichte Tabelle mit Spalten für Suchbegriff, geschätztes Volumen, Absicht, Schwierigkeit, Phase der Kaufreise und Thema. Mehr brauchen Sie nicht. Die Denkarbeit wiegt schwerer als das Werkzeug. Welche Werkzeuge sich lohnen, ordnet der Beitrag zu den besten Keyword-Recherche-Tools ein.
Schritt 1: Ausgangsbegriffe sammeln
So gehen Sie vor: Beginnen Sie nicht im Werkzeug, sondern in einem Gespräch. Fragen Sie im Vertrieb, mit welchen Worten Interessenten ihr Problem beschreiben, womit sie vergleichen und welche Frage in Gesprächen immer wieder auftaucht. Durchsuchen Sie zusätzlich Ihr CRM, die Anfragen im Kundendienst und die Suchfunktion Ihrer eigenen Website. Das ergibt Ihre Ausgangsbegriffe, die Saatkörner für alles Weitere.
Beispiel: Ein Anbieter von Lagerverwaltungssoftware bekommt aus einer Viertelstunde mit dem Vertrieb: “Lagerverwaltung für den Großhandel”, “Lagerverwaltungssoftware an die Warenwirtschaft anbinden”, “Barcode-Scanner im Lager”, “Bestände in Echtzeit sehen”. Kein Werkzeug hätte die ersten beiden jemals oben angezeigt.
Häufiger Fehler: Sofort ins Werkzeug springen und den Begriff eintippen, den Sie selbst logisch finden. Ihr internes Vokabular ist selten die Sprache Ihrer Käufer.
Schritt 2: Mit einem Werkzeug erweitern
So gehen Sie vor: Geben Sie Ihre Ausgangsbegriffe einzeln ein und ernten Sie verwandte Begriffe, Fragen und Varianten. Achten Sie besonders auf Long-Tail-Keywords: längere, spezifischere Suchanfragen mit weniger Volumen und mehr Absicht. Notieren Sie je Begriff das geschätzte Suchvolumen, behandeln Sie diese Zahl aber als Kontext, nicht als Punktestand. Sie ist ein gerundeter Jahresdurchschnitt, kein Messwert.
Beispiel: “Lagerverwaltungssoftware” liefert: “Lagerverwaltungssoftware Großhandel”, “WMS-Anbieter vergleichen”, “Lagerverwaltung Excel oder Software”, “Inventursoftware”. Die Long-Tail-Varianten stehen näher an einer Kaufentscheidung als der breite Begriff.
Häufiger Fehler: Alles mit hohem Volumen in die Liste kippen. Im B2B ist ein großer Teil dieses Volumens Rauschen: Studierende, Wettbewerber, Menschen, die etwas ganz anderes suchen.
Die deutsche Schreibweise ist ein eigener Schritt
Deutsch bildet zusammengesetzte Wörter, und Nutzer schreiben sie uneinheitlich. “Lagerverwaltungssoftware”, “Lagerverwaltungs-Software” und “Lagerverwaltung Software” sind für die Suchmaschine drei Begriffe mit drei Ergebnisseiten und drei Wettbewerbslagen. Prüfen Sie deshalb jede kommerziell wichtige Formulierung in allen gängigen Schreibweisen und lassen Sie die Daten entscheiden, welche Ihre Zielgruppe tatsächlich verwendet. Das ist keine Grammatikfrage, sondern eine Datenfrage.
Verkaufen Sie über die deutsche Grenze hinaus, kommt eine zweite Ebene hinzu. Österreichisches und schweizerisches Wirtschaftsdeutsch nutzen teils andere Fachbegriffe für dieselbe Sache. Eine gemeinsame Liste für den gesamten deutschsprachigen Raum produziert in zwei von drei Märkten Begriffe, nach denen dort niemand sucht.
Schritt 3: Die Suchabsicht aus der Ergebnisseite lesen
So gehen Sie vor: Ein Suchbegriff sagt wenig ohne die Ergebnisse darunter. Suchen Sie den Begriff selbst und lesen Sie ab, was rankt: Produktseiten, Vergleichsartikel, Erklärungen, Onlineshops? Das sagt Ihnen, was die Suchmaschine für die Absicht dahinter hält. Ordnen Sie jeden Begriff als informierend, vergleichend oder abschlussnah ein. Das ist der wichtigste Schritt und der am häufigsten übersprungene.
Beispiel: Für “WMS-Anbieter vergleichen” stehen Vergleichsartikel und Auflistungen oben: vergleichende Absicht, also bauen Sie eine Vergleichsseite und keine Produktseite. Für “was ist ein WMS” steht Erklärendes: informierend, ganz oben in der Kaufreise. Die Lehre aus der Ergebnisseite: den richtigen Seitentyp auf den richtigen Begriff setzen.
Häufiger Fehler: Verbraucherabsicht mit B2B-Absicht verwechseln. Ein Begriff kann kommerziell klingen, während die Ergebnisseite kostenlose Endkunden-Apps zeigt. Das ist nicht Ihr Käufer. Lesen Sie immer die Ergebnisse, bevor Sie einen Begriff annehmen. Die Grundlagen dazu stehen im Eintrag zur Suchintention.
Schritt 4: Machbarkeit gegen Chance abwägen
So gehen Sie vor: Stellen Sie neben jeden Begriff den Schwierigkeitswert aus Ihrem Werkzeug und fragen Sie sich ehrlich, ob Ihre Domain dort ranken kann. Ein hoher Wert bei geringer Autorität bedeutet Monate Arbeit ohne Zusage. Suchen Sie die Zone, in der die Absicht hoch und der Wettbewerb erreichbar ist: oft die spezifischen, weniger gesuchten Begriffe, die große Anbieter ignorieren.
Beispiel: Den breiten Begriff “Lagerverwaltung” lassen Sie als kleine Marke liegen. “Lagerverwaltungssoftware an die Warenwirtschaft anbinden” nehmen Sie sofort: erreichbar, kaufnah und kaum umkämpft.
Häufiger Fehler: Den Schwierigkeitswert als absolutes Gesetz lesen. Er ist eine Richtung. Ein Begriff mit hohem Wert, bei dem nur schwache, veraltete Seiten ranken, ist manchmal leichter als einer mit niedrigem Wert, hinter dem drei Autoritäten stehen. Schauen Sie immer auf die tatsächlichen Seiten. Wie Sie diese Einschätzung systematisch aufbauen, beschreibt der Beitrag zur SEO-Wettbewerbsanalyse.
Schritt 5: Zu Themen bündeln
So gehen Sie vor: Gruppieren Sie Begriffe, die dieselbe Frage beantworten, unter einem Thema. Zehn Varianten von “Bestände in Echtzeit verfolgen” gehören auf eine Seite, nicht auf zehn. So vermeiden Sie, dass Ihre eigenen Seiten gegeneinander antreten, und bauen Tiefe zu einem Thema auf. Das ist die Brücke von einzelnen Wörtern zu einer Inhaltsstruktur, und der Beitrag zum Keyword-Clustering beschreibt das Verfahren.
Beispiel: Die Begriffe “WMS-Anbieter vergleichen”, “beste Lagerverwaltungssoftware” und “WMS-Anbieter auswählen” fallen zusammen unter das Thema “WMS auswählen”. Daraus wird eine tragende Seite mit unterstützenden Beiträgen darum herum, was mit der Zeit Topical Authority erzeugt.
Häufiger Fehler: Für jeden einzelnen Begriff eine eigene Seite schreiben. Das zersplittert Ihre Autorität und schafft interne Konkurrenz um dieselbe Frage.
Schritt 6: Nach geschäftlichem Wert priorisieren
So gehen Sie vor: Bewerten Sie jedes Thema nach der Nähe zur Kaufentscheidung, nicht nach Suchvolumen. Ein brauchbarer Rahmen: Ordnen Sie Ihre Themen der Phase der Kaufreise zu und geben Sie den abschlussnahen Begriffen Vorrang. Koppeln Sie jedes Thema an ein messbares Ziel, eine Anfrage oder eine Anmeldung, nicht an eine Besucherzahl.
Beispiel: “Lagerverwaltungssoftware an die Warenwirtschaft anbinden” bekommt Vorrang vor “was ist Lagerverwaltung”, obwohl der zweite Begriff um ein Vielfaches häufiger gesucht wird. Der erste ist ein Käufer, der vergleicht, der zweite jemand, der sich orientiert.
Häufiger Fehler: Die Liste nach Volumen sortieren und von oben nach unten abarbeiten. Das ist der klassische B2B-Fehler: Sie füllen Ihren Kalender mit viel Verkehr und wenigen Anfragen.
Schritt 7: In einen Redaktionsplan überführen
So gehen Sie vor: Übersetzen Sie Ihre priorisierten Themen in eine konkrete Seitenliste, jede mit einem Seitentyp aus Schritt 3, einem Zielbegriff, einer Phase und einem Ziel. Planen Sie die abschlussnahen Themen zuerst, denn dort sitzen die Anfragen. So wird Keyword-Recherche keine einmalige Übung, sondern der Motor Ihres Redaktionsplans.
Beispiel: Das Thema “WMS auswählen” wird eine Vergleichsseite mit dem Ziel Demo-Anfrage, “WMS-Anbindungen” wird eine Reihe von Integrationsbeiträgen, und “was ist ein WMS” wird ein Erklärbeitrag mit dem Ziel Anmeldung zum Newsletter. Jedes mit verantwortlicher Person und Termin.
Wie stark die Liste unterwegs schrumpft
Die wichtigste Eigenschaft dieses Vorgehens ist, dass jeder Schritt aussortiert. Genau das macht aus einer Liste, in der man ertrinkt, einen Plan, den man abarbeiten kann.
| Stufe | Was dort passiert | Was übrig bleibt |
|---|---|---|
| Nach der Erweiterung im Werkzeug | Rohliste aus Ausgangsbegriffen und Varianten | Viele Begriffe, weitgehend ungeprüft |
| Nach der Prüfung der Ergebnisseiten | Falsche Absicht und Verbraucherbegriffe fallen weg | Deutlich weniger, dafür alle mit passender Absicht |
| Nach der Machbarkeitsprüfung | Unerreichbare breite Begriffe fallen weg | Die Begriffe, für die Sie realistisch ranken können |
| Nach dem Bündeln | Varianten derselben Frage werden zu einem Thema | Eine überschaubare Zahl an Themen |
| Nach der Priorisierung | Themen bekommen eine Reihenfolge nach Wert | Ein Plan mit klarer Reihenfolge |
| Als Redaktionsplan | Jedes Thema wird zu Seiten mit Typ und Ziel | Eine Handvoll Seiten, jede an ein Ziel gekoppelt |
Das Ergebnis ist keine Liste mit Tausenden Suchanfragen, sondern eine überschaubare Zahl an Seiten, die jeweils an eine Anfrage gekoppelt sind. Das ist der Unterschied zwischen einem B2B-Vorgehen und einem Onlineshop-Vorgehen.
Häufige Fehler im Überblick
- Volumen jagen. Die größte Zahl gewinnt nicht. Im B2B verkaufen Sie an eine kleine Gruppe Entscheider, viel Volumen bedeutet also oft viel Rauschen.
- Verbraucherabsicht mit Kaufabsicht verwechseln. Lesen Sie immer die Ergebnisse.
- Beim Werkzeug beginnen statt beim Vertrieb. Ihre wertvollsten Begriffe stehen im Kopf Ihrer Verkäufer, nicht in einer Datenbank.
- Null Suchvolumen ignorieren. Im B2B ist “keine Suchanfragen im Monat” oft das Zeichen eines sehr spezifischen, kaufbereiten Begriffs, den das Werkzeug nur nicht auflösen kann.
- Jedem Begriff eine eigene Seite geben. Das zersplittert Ihre Autorität. Bündeln Sie zu Themen.
- Erfolg in Verkehr messen. Koppeln Sie jede Seite an eine Anfrage, sonst steuern Sie auf die falschen Zahlen.
- Die Recherche als einmaliges Projekt behandeln. Märkte, Vokabular und Wettbewerb verändern sich. Eine Auffrischung je Quartal reicht, aber sie muss stattfinden.
Was das für Ihre Sichtbarkeit in KI-Antworten bedeutet
Eine Recherche, die auf Absicht und Themen steuert, bringt Ihnen mehr als hohe Positionen. Dieselben strukturierten, spezifischen Inhalte, die eine Kaufabsicht bedienen, sind genau das, was Sprachmodelle zitieren, wenn jemand eine Kauffrage stellt. Wer ein Thema vollständig und klar abdeckt, wird zur Quelle, auf die verwiesen wird.
Das ist der Kern der Generative Engine Optimization: Sie bauen keine einzelnen Seiten, sondern erkennbare Autorität rund um ein Thema. Der Nebeneffekt ist angenehm konkret: Der Redaktionsplan aus Schritt 7 dient beiden Zwecken, ohne dass Sie einen zweiten schreiben müssen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine vollständige Keyword-Recherche?
Für einen abgegrenzten Bereich ist ein Arbeitstag realistisch, verteilt auf ein Vertriebsgespräch, die Erweiterung im Werkzeug und die Prüfung der Ergebnisseiten. Der Schritt, der Zeit frisst, ist die Prüfung der Ergebnisseiten, und genau der ist der wertvollste. Wer ihn kürzt, spart eine Stunde und verliert Monate an falsch gebauten Seiten.
Brauche ich ein kostenpflichtiges Werkzeug?
Für den Anfang nicht. Die Erweiterung von Begriffen und die Ergebnisseiten selbst bekommen Sie kostenlos. Ein kostenpflichtiges Werkzeug spart Zeit bei Schwierigkeitswerten und beim Vergleich mit Wettbewerbern. Beginnen Sie kostenlos, und kaufen Sie erst, wenn Ihnen die Zeit ausgeht, nicht die Ideen.
Was mache ich mit Begriffen, für die kein Volumen angezeigt wird?
Nicht wegwerfen. Im B2B bedeutet ein angezeigtes Volumen von null oft nur, dass die Zahl unter der Auflösung des Werkzeugs liegt. Prüfen Sie stattdessen, ob der Begriff in Vertriebsgesprächen vorkommt und ob die Ergebnisseite eine erkennbare Absicht zeigt. Beides zusammen wiegt mehr als eine geschätzte Zahl.
Wie oft sollte ich die Recherche wiederholen?
Eine Auffrischung je Quartal reicht für die meisten B2B-Unternehmen, mit einer laufenden Notiz für neue Begriffe, die im Vertrieb auftauchen. Neu aufrollen müssen Sie, wenn sich Ihr Angebot ändert, wenn Sie einen neuen Markt betreten oder wenn sich die Ergebnisseiten zu Ihren wichtigsten Begriffen sichtbar umbauen.
Wie erkenne ich, dass zwei meiner Seiten um denselben Begriff konkurrieren?
Wenn die Suchmaschine für denselben Begriff mal die eine und mal die andere Seite zeigt oder wenn beide Seiten auf mittleren Positionen festhängen. Das ist meist ein Bündelungsfehler aus Schritt 5. Die Lösung ist selten eine dritte Seite, sondern das Zusammenlegen zu einer.
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