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Google-Ads-Agentur wechseln, ohne Konto, Historie und Schwung zu verlieren
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Die Agentur für Google Ads zu wechseln fühlt sich riskant an, und das ist nachvollziehbar. Sie befürchten, die Historie zu verlieren, dass Kampagnen stillstehen oder dass Sie in einem Vertrag festhängen. Dabei ist der Wechsel selten das Problem. Das Problem ist ein schlecht vorbereiteter Wechsel. In diesem Artikel lesen Sie, wie Sie die drei Dinge regeln, die wirklich zählen: Kontoeigentum, Ihre Daten und die Kündigungsfrist. In der richtigen Reihenfolge, ohne Schwung zu verlieren.
Zur Abgrenzung: Ob Sie überhaupt auslagern sollten, behandelt der Beitrag Google Ads auslagern, und worauf Sie bei der Auswahl achten, der Beitrag zur Google-Ads-Agentur. Hier geht es ausschließlich um die Übergabe.
Warum Unternehmen wechseln
Die Gründe ähneln sich. Sie bekommen Berichte voller Klicks und Impressionen, aber niemand kann Ihnen sagen, wie viele Kunden daraus entstanden sind. Sie fragen nach Ihrem eigenen Konto und erhalten eine ausweichende Antwort. Oder Sie merken, dass seit dem Start nichts Wesentliches mehr passiert ist, weil die Kampagnen ja “laufen”.
Der tiefere Grund ist fast immer derselbe: Es wird auf die falschen Dinge gesteuert. SEA ist kein Selbstzweck, sondern die schnelle Akquisitionsschicht Ihres Wachstums. Wenn Ihre Agentur nicht belegen kann, dass Anzeigen Pipeline erzeugen statt Kennzahlen für die Ablage, ist ein Wechsel kein Luxus, sondern eine Korrektur.
Kontoeigentum: der Fehler, der alles bestimmt
Das ist die wichtigste Regel des gesamten Wechsels. Das Google-Ads-Konto muss auf einer Kundennummer liegen, die Ihrem Unternehmen gehört, nicht auf einer der Agentur.
Viele Agenturen legen zum Start ein Konto unter ihrer eigenen Verwaltung an und geben Ihnen Zugriff als Gast. Das fühlt sich bequem an, bis Sie gehen wollen. Dann stellt sich heraus, dass Ihre gesamte Historie, Ihre Struktur und Ihre Lerndaten in einem Konto liegen, das Ihnen nicht gehört. Sie gehen mit leeren Händen und beginnen bei null.
Wie prüfen Sie das? Melden Sie sich an und sehen Sie auf die Kundennummer. Ist Ihr Unternehmen als Inhaber hinterlegt, oder verwaltet ein Verwaltungskonto der Agentur alles? Google beschreibt in seiner Dokumentation zum Kontozugriff, wie Sie Verwaltungsrechte einsehen und entziehen.
Die saubere Ausgangslage sieht so aus:
- Das Konto liegt auf einer Kundennummer, die Ihr Unternehmen besitzt.
- Die Agentur hat Verwaltungszugriff über ein verknüpftes Verwaltungskonto, nicht umgekehrt.
- Sie können diesen Zugriff jederzeit entziehen, ohne dass etwas verloren geht.
Liegt das Konto nicht auf Ihrer Nummer, ist das kein Detail für später. Es ist das Erste, was Sie klären, bevor Sie überhaupt über eine Kündigung sprechen. Eine Agentur, die die Übertragung verweigert, liefert Ihnen damit das beste Argument zu gehen. Wie Verwaltungsstrukturen funktionieren, beschreibt der Beitrag zum Google-Ads-Verwaltungskonto.
Was mitwandert und was verloren geht
Dieser Abschnitt entscheidet über die tatsächlichen Kosten eines Wechsels, und er fehlt in fast jeder Darstellung. Nicht alles im Konto verhält sich gleich.
| Was | Wandert es mit? | Was Sie tun sollten |
|---|---|---|
| Kampagnenstruktur, Anzeigen, Keywords | Ja, wenn das Konto bleibt | Nichts, aber vor der Übergabe dokumentieren |
| Conversion-Historie und Gebotsdaten | Ja, kontogebunden | Genau deshalb das Konto behalten statt ein neues aufzusetzen |
| Zielgruppen- und Remarketinglisten | Kontogebunden, aus einem fremden Konto nicht übertragbar | Vor dem Wechsel prüfen, in welchem Konto sie liegen |
| Kundenlisten aus Ihrem CRM | Der Rohbestand gehört Ihnen, die hochgeladene Liste nicht | Quelldaten und Abgleichlogik sichern |
| Verknüpfungen zu Analyse und Merchant-Konten | Müssen neu bestätigt werden | Liste der Verknüpfungen vor der Übergabe erstellen |
| Offline-Conversion-Anbindung | Technisch neu einzurichten, wenn sie über die Agentur lief | Zugänge und Feldzuordnung dokumentieren |
| Berichte und Dashboards der Agentur | Nein | Rohdaten exportieren, nicht die Aufbereitung |
Der wichtigste Punkt in dieser Tabelle sind die Zielgruppenlisten. Sie sind an das Konto gebunden, in dem sie erhoben wurden, und lassen sich nicht wie eine Datei mitnehmen. Wenn Ihre Remarketinglisten in einem Konto der Agentur liegen, verlieren Sie sie beim Wechsel, und der Aufbau beginnt von vorn. Bei langen B2B-Kaufprozessen mit Zielgruppen, die über Monate gesammelt wurden, ist das der teuerste Einzelposten eines schlecht geplanten Wechsels. Der Beitrag zu den Google-Ads-Zielgruppen ordnet ein, was diese Listen leisten.
Bei Kundenlisten aus Ihrem CRM ist die Lage anders und gehört im deutschsprachigen Raum ausdrücklich geklärt: Der Rohbestand gehört Ihnen, aber die Verarbeitung durch eine Agentur setzt eine Auftragsverarbeitung voraus. Beim Wechsel gehört zur Übergabe deshalb auch, dass die alte Agentur die ihr überlassenen personenbezogenen Daten löscht und das bestätigt. Das ist kein Misstrauensvotum, sondern Teil eines sauberen Vertragsendes.
Die Historie, auf der alles trainiert
Der größte verdeckte Verlust eines Wechsels ist Datenverlust. Damit sind nicht Ihre Berichte gemeint, sondern die Historie, auf der das System selbst lernt.
Moderne Kampagnen laufen auf automatischen Gebotsverfahren. Diese trainieren auf Monaten an Conversion-Daten: wer geklickt hat, wer umgewandelt hat, zu welchem Aufwand. Ziehen Sie in ein frisches Konto um, beginnt diese Lernkurve neu, und Sie zahlen wochenlang mehr je Anfrage, während das System neu trainiert. Deshalb ist das Behalten des bestehenden Kontos, auf Ihrer eigenen Kundennummer, fast immer besser als ein Neuaufbau. Der Eintrag zum Smart Bidding beschreibt, worauf diese Verfahren beruhen.
Was Sie sichern, bevor Sie etwas ändern:
- Suchbegriffs- und Keywordberichte. Exportieren Sie mindestens zwölf Monate, damit das neue Team sieht, was funktioniert hat und was Budget gekostet hat.
- Ihre Conversion-Einstellungen. Welche Aktionen zählen, wie sie gewichtet sind und ob Offline-Conversions aus Ihrem CRM zurückgespielt werden.
- Den Änderungsverlauf. Er zeigt, was in den letzten Monaten tatsächlich getan wurde, und ist häufig aufschlussreicher als jeder Bericht.
- Die Budgetverteilung je Kampagne. Damit das neue Team versteht, wo das Geld heute liegt, statt es neu zu erraten. Wie diese Verteilung wirkt, beschreibt der Beitrag zum Google-Ads-Tagesbudget.
Genau hier liegt auch der eigentliche Gewinn eines Wechsels. Wenn Ihre bisherige Agentur nur Formulareingänge gezählt hat, kennt das System den Unterschied zwischen einer Anfrage, aus der nichts wurde, und einer, aus der ein großer Auftrag entstand, überhaupt nicht. Ein Wechsel ist der richtige Moment, die Zuordnung vom Lead bis zum Auftrag einzubauen, damit die Gebote auf echten Umsatz steuern statt auf ausgefüllte Formulare.
Vertrag und Kündigungsfrist
Bevor Sie eine neue Agentur beauftragen, lesen Sie den Vertrag mit Ihrer bisherigen. Nicht umgekehrt. Sie wollen genau wissen, woran Sie gebunden sind, damit sich zwei Beauftragungen nicht unglücklich überschneiden.
Achten Sie auf diese Punkte:
Kündigungsfrist. Ein Monat ist üblich, drei Monate kommen vor. Rechnen Sie die Frist in Ihre Planung ein.
Mindestlaufzeit und automatische Verlängerung. Prüfen Sie, ob sich der Vertrag stillschweigend verlängert und mit welcher Frist. Die verbraucherschützenden Regeln zu automatischen Vertragsverlängerungen greifen im rein geschäftlichen Verkehr nicht in gleicher Weise, weshalb eine Klausel im B2B-Vertrag durchaus Bestand haben kann, die Sie als Verbraucher nicht binden würde. Lesen Sie sie also, statt sich auf ein Bauchgefühl zu verlassen.
Was bei Beendigung geschieht. Steht schriftlich fest, dass Sie Konto, Daten und Zugänge behalten? Und ist geregelt, in welcher Form die Übergabe erfolgt und innerhalb welcher Frist? Wenn nicht, verhandeln Sie das nach, solange Sie noch Kunde sind.
Wem die erstellten Inhalte gehören. Anzeigentexte, Bildmaterial und Landingpages, die eine Agentur erstellt hat, sind nicht automatisch Ihr Eigentum. Ohne eine Nutzungsrechteregelung im Vertrag kann die Weiterverwendung nach dem Ende der Zusammenarbeit strittig werden. Das ist im deutschsprachigen Raum ein realer Punkt, kein theoretischer.
Eine faire Agentur hält Sie mit Ergebnissen, nicht mit juristischen Haken. Lange Verträge ohne Ausstieg sind für sich genommen bereits ein Grund, kritisch zu sein.
Der richtige Zeitpunkt
Ein perfekter Moment existiert nicht, aber schlechte Momente gibt es. Wechseln Sie nicht mitten in Ihrer stärksten Verkaufsphase, in der jeder Tag ohne scharfe Steuerung unmittelbar Umsatz kostet. Vermeiden Sie ebenso einen Wechsel kurz vor einem großen Start, weil Sie damit ein neues Team bitten, ohne Kontokenntnis zu liefern.
Der ruhigste Moment liegt meist direkt nach einer Spitze, wenn genug frische Daten vorliegen und der Druck geringer ist. Geben Sie dem neuen Team dann zwei bis vier Wochen, um mitzulesen, bevor es die Steuerung übernimmt. Diese Überlappung kostet Sie kurzzeitig zwei Beauftragungen, erspart Ihnen aber das deutlich teurere Bild, in dem Kampagnen stillstehen oder ein frisch startendes Verfahren wochenlang zu vollem Preis lernt.
Der Wechsel in vier Schritten
Mit geklärtem Eigentum, gesicherten Daten und bekannter Frist wird der Wechsel eine Frage der Reihenfolge. So verhindern Sie, dass Kampagnen auch nur einen Tag ohne Steuerung sind:
- Eigentum prüfen und klären. Sorgen Sie dafür, dass das Konto auf Ihrer Kundennummer liegt, bevor Sie irgendetwas kündigen. Das ist das Fundament.
- Daten exportieren und dokumentieren. Historie, Suchbegriffe, Conversion-Einstellungen, Verknüpfungen, Zielgruppenlisten und die laufende Struktur. Übergeben Sie das an das neue Team.
- Die Überlappung planen. Lassen Sie das neue Team Zugriff bekommen und die Kampagnen kennenlernen, während das alte noch steuert. Kündigen Sie erst, wenn die Übergabe steht.
- Umschalten und neu ausrichten. Das neue Team übernimmt das bestehende Konto, behält die Lerndaten und stellt die Messung auf Pipeline um.
Beachten Sie, dass die Kündigung erst bei Schritt drei oder vier kommt. Die meisten Wechsel gehen schief, weil Unternehmen zuerst kündigen und danach über ihre Daten nachdenken. Machen Sie es umgekehrt.
Was die neue Agentur von Ihnen braucht
Eine reibungslose Übergabe ist keine Einbahnstraße. Je mehr Zusammenhang Sie mitgeben, desto schneller liefert ein neues Team Wert, statt monatelang zu rekonstruieren, was ohnehin schon geschehen ist. Liefern Sie deshalb von Anfang an:
Ihre kaufmännische Wirklichkeit. Was ist eine Anfrage wert, welche Anfragen werden Kunde, und wie lange dauert ein Verkaufsvorgang? Ohne diesen Zusammenhang optimiert jede Agentur blind auf Formulare.
Was zuvor funktioniert hat und was nicht. Welche Kampagnen getragen haben, welche Suchbegriffe Budget ohne Ergebnis verbraucht haben, und welche Annahmen sich als falsch erwiesen haben. Das erspart dem neuen Team dieselben teuren Lektionen.
Zugang zu Ihrer Messumgebung. Nicht nur zu Google Ads, sondern auch zu Ihrer Webanalyse, Ihren Conversion-Anbindungen und idealerweise zu Ihrem CRM, damit die Daten bis zum Auftrag zurückfließen können.
Eine Agentur, die danach nicht fragt und sofort im Werbekonto zu arbeiten beginnt, wiederholt vermutlich genau das Muster, von dem Sie gerade weggehen.
Warum ein Wechsel mehr ist als ein anderer Name
Eine neue Agentur, die dieselben Übersichten um dieselben Klickzahlen baut, löst nichts. Dann haben Sie einen anderen Namen auf dasselbe Problem geklebt. Der Wechsel lohnt sich erst, wenn sich ändert, worauf gesteuert wird.
Deshalb behandeln wir SEA nicht als eigenständige Leistung, sondern als die schnelle Akquisitionsschicht eines Wachstumssystems: bezahlte Kanäle, die Pipeline kaufen, nicht Klicks und keinen ROAS als Selbstzweck. Bei einer Übernahme stellen wir zuerst die Messung wieder her, koppeln Offline-Conversions und Auftragsdaten zurück und richten die Gebote auf Kunden aus statt auf Klickvolumen. Wie wir das aufsetzen, beschreibt unsere Google-Ads-Leistung.
Und die ehrliche Grenze: Wenn Sie ein großes Medienhaus für reine Volumenskalierung suchen oder ein Team, das ausschließlich im Werbekonto arbeitet, ohne die kaufmännische Kette dahinter anzufassen, sind wir nicht die richtige Wahl. Wir sagen das lieber vorher.
Häufige Fragen
Verliere ich meine Historie, wenn ich die Agentur wechsle?
Nur wenn Sie das Konto wechseln. Die Historie hängt am Konto, nicht an der Agentur. Wenn das Konto auf Ihrer eigenen Kundennummer liegt und bestehen bleibt, wechselt lediglich der Verwaltungszugriff.
Was passiert mit meinen Remarketinglisten?
Sie sind an das Konto gebunden, in dem sie erhoben wurden. Liegen sie in einem Konto der Agentur, gehen sie beim Wechsel verloren und müssen neu aufgebaut werden. Prüfen Sie deshalb früh, in welchem Konto Ihre Listen tatsächlich liegen.
Kann die Agentur die Übertragung verweigern?
Sie kann die Herausgabe verzögern, wenn nichts geregelt ist, und genau deshalb gehört die Übergabe in den Vertrag. Ist das Konto auf Ihrer Kundennummer angelegt, brauchen Sie keine Zustimmung, sondern entziehen einfach den Zugriff.
Wie lange dauert eine saubere Übergabe?
Rechnen Sie mit zwei bis vier Wochen Überlappung. Kürzer geht, kostet aber in der Regel mehr, weil das neue Team ohne Kontokenntnis entscheidet.
Soll ich beim Wechsel gleich die Kampagnenstruktur umbauen?
Nicht sofort. Lassen Sie das neue Team zuerst messen und verstehen. Ein Umbau in der ersten Woche vernichtet dieselben Lerndaten, die Sie mit dem Kontoerhalt gerade gerettet haben.
Wollen Sie den Wechsel sauber vorbereiten?
Ein Wechsel muss kein Sprung ins Ungewisse sein. Mit geklärtem Eigentum, gesicherten Daten und bekannter Frist verlieren Sie keinen Schwung, sondern gewinnen Schärfe. Vereinbaren Sie Ihr kostenloses Erstgespräch, und wir gehen Ihr Konto, Ihren Vertrag und Ihre Daten gemeinsam durch, bevor Sie etwas kündigen.
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